G E M E I N S C H A F T       L E B E N       L E R N E N

Projekte am Marianum

 

Austausch mit Nantes

Von M. Rensen

Organisatorisches

Seit dem Jahr 1983 bietet die Fachgruppe Französisch den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 10 mit Französisch als zweiter oder dritter Fremdsprache die Möglichkeit, am Schüleraustausch mit unserer Partnerschule in Nantes teilzunehmen.

Unsere Partnerschule, das «Collège et Lycée St. Joseph du Loquidy», ist eine katholische Privatschule im Stadtbereich von Nantes, der ein Internat angegliedert und die in Bezug auf ihre Größe (ca.1.100 Schüler) durchaus mit dem Gymnasium Marianum vergleichbar ist: http://www.loquidy.net/.

Zur Teilnahme am Austausch:

Jedes Jahr interessiert sich eine große Zahl von SchülerInnen für die Teilnahme am Frankreichaustausch. Sollten sich jedoch mehr Interessenten anmelden als die jeweilige Aufnahmekapazität der Gegenseite erlaubt, sind wir leider gezwungen, unter den Anmeldungen eine Auswahl zu treffen, die sich in erster Linie an der Motivation der einzelnen Teilnehmer orientieren wird. Bei der Zuordnung der Partner gibt es teilweise Engpässe, da in der Regel ein Partner des gleichen Geschlechts gewünscht wird. Erfahrungsgemäß melden sich in Meppen vor allem Schülerinnen an, während es in Nantes überwiegend Schüler sind. Um die Chancen einer Teilnahme zu erhöhen, sollten alle diejenigen, die eine Möglichkeit sehen, gegebenenfalls auch einen Partner des anderen Geschlechts aufzunehmen, dieses auch auf dem Anmeldeformular vermerken.

Einige Ziele des Schüleraustausches:
  1. Die Jugendlichen sollen Impulse für ihren Spracherwerb empfangen (Motivationsschub).
  2. Sie sollen sich intensiv mit dem Gastland in seinen vielfältigen Erscheinungsformen auseinandersetzen und persönliche Eindrücke verarbeiten.
  3. Sie sollen Beziehungen zu Menschen des Nachbarlandes knüpfen, damit da¬durch unter anderem das gegenseitige Verständnis vertieft werden kann.

Diese Ziele werden durch Gruppenarbeiten und weitere Aktivitäten des Austauschprogramms verwirklicht, vor allem aber kann dieses nur durch eine vollständige Integration des Jugendlichen in die jeweilige Gastfamilie gelingen. Aus diesen Gründen bitten wir darum, dass die Jugendlichen nicht nur bei den Gastfamilien wohnen, sondern auch aktiv am Familienleben beteiligt werden bzw. sich beteiligen! Deshalb wird auch erwartet, dass die Teilnehmer Integrationsangebote der Gastfamilien akzeptieren (z.B.: gemeinsames Verbringen der Abende oder Ausflüge am Wochenende im Familienkreis). Die Austauschfahrt ist somit aufgrund ihrer Zielsetzungen keinesfalls mit einer Klassenfahrt oder Ähnlichem zu vergleichen.

Der gesamte Schüleraustausch funktioniert auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit!

Die Familie, deren Sohn/Tochter im anderen Land unentgeltlich aufgenommen wird, erklärt sich bereit, den jeweiligen Austauschpartner bzw. die jeweilige -partnerin ebenfalls kostenfrei aufzunehmen.

Die Termine:

Die Termine für Besuch und Gegenbesuch liegen in der Regel jeweils im Frühjahr. Sie werden in Absprache mit den jeweiligen Fahrtleitungen und unter Berücksichtigung anderer schulischer Termine festgelegt.

Zum Programm:

Genauere Angaben zu den Exkursionen und Bearbeitungsschwerpunkten können rechtzeitig dem Programm entnommen werden, das in jedem Jahr neu aufgelegt und auf die jeweilige Gruppe zugeschnitten wird.

Die Kosten:

Für beide Begegnungen zusammen betragen die Kosten momentan (Stand: Frühjahr 2016) insgesamt € 230.-- pro Teilnehmer. Sollte sich nach der Fahrt ein Überhang ergeben, wird der entsprechende Betrag selbstverständlich anteilig an die TeilnehmerInnen zurückgezahlt. Finanziell unterstützt werden die Austauschprogramme zudem vom Landkreis Emsland als auch vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, wenngleich auch hier die Fördermittel deutlich zusam¬mengestrichen worden sind. Zur Erlangung von Zuschüssen ist Voraussetzung, dass die Arbeitsergebnisse der Schüler (Berichte, Protokolle, …) eingereicht werden.

Die Austausch-AG:

In Form einer verpflichtenden und themengebundenen Arbeitsgemeinschaft (Termin wird noch vereinbart) beginnt dann auch die Vorbereitungsarbeit für alle am Austausch teilnehmenden Schülerinnen und Schüler (Austauschfahrt und Arbeitsgemeinschaft sind untrennbar miteinander verknüpft), der nach Abschluss der Fahrt die Nachbereitungsarbeit folgt. Ein Austauschprodukt ist das alljährlich neu aufgelegte Austauschmagazin Reflets.

Eine allgemeine Informationsveranstaltung für alle Teilnehmer und deren Eltern findet rechtzeitig vor der ersten Begegnung statt, um dann über den genau¬eren Ablauf zu informieren, noch offene Fragen zu beantworten und eventuelle Un¬klarheiten zu beseitigen.

Land und Leute

Das Loquidy

Unsere Partnerschule liegt im engeren Stadtbereich von Nantes, ca.3 km vom Stadt¬zentrum entfernt an einer der nördlichen Ausfallstraßen, woraus sich einer der Schwerpunkte des Schüleraufkommens, nämlich der ländliche Bereich im Norden von Nantes, erklärt. Der vollständige Name der Schule, welche in Trägerschaft eines Ordens ist, lautet:

«Collège et Lycée privés mixtes Saint Joseph du Loquidy»

Die Schule wurde 1926 von den «Frères des Ecoles Chrétiennes» eingerichtet, deren Gründer Jean-Baptiste de la Salle (1651 - 1719) war. Seit 1974 steht die Schule unter der Leitung eines weltlichen Direktors. Heute bekleidet dieses Amt Monsieur Didier Rousset. Der Schule angeschlossen ist ein Internat, welches ca. 120 Schülern vor allem aus dem ländlich strukturierten weiteren Umland die Möglichkeit zum Besuch eines privaten katholischen Gymnasiums bietet.

Die Leitung des Frankreichaustausches, die über 30 Jahre bei unserem französischen Kollegen Jean-Louis Le Tousse gelegen hat, liegt nun bei Rémi Ecomard, mit dem wir 2016 erstmalig einen sehr erfolgreichen Austausch erlebt haben.

Zur Stadt Nantes

Nantes ist eine Großstadt im Mündungsbereich der Loire. Sie umfasst ca. 290.000 Einwohner, mit dem Umland sind es sogar ca. 500.000, was im Vergleich zu Meppen einen interessanten Kontrast darstellt. Heute ist Nantes Hauptstadt des «Département Loire-Atlantique». In früherer Zeit war Nantes die Hauptstadt der Bretagne; diese Funktion wird aber inzwischen von Rennes eingenommen, einer Großstadt in ca.100 km Entfernung von Nantes.

Die Lage von Nantes an der Mündung der Loire bescherte der Stadt in der Vergangenheit mehrmals „goldene Zeiten", was man auch heute noch an den zahlreichen historischen Bauwerken in der Altstadt erkennen kann. Die größte Blütezeit war zweifellos vom 16. bis ins 18. Jahrhundert, wobei allerdings die Geschäfte, die für einen reichen Geldsegen sorgten, unter heutigen Gesichtspunkten eher zweifelhaft waren: Nantes war in jener Zeit die Stadt des Dreieckhandels, bei dem mit Tand aus der Heimat oder mit Gewalt an der Guineaküste Sklaven gefangen und per Schiff auf die Antillen verschleppt wurden, wo man sie gewinnbringend verkaufte, um sich von dem Erlös mit Zuckerrohr und Gewürzen zu versorgen, die dann ihrerseits in der Heimat mit großem Profit veräußert wurden.

Der Hafen spielte also schon von jeher eine bedeutende Rolle für die Wirtschaft von Nantes. Heute bildet er zusammen mit St. Nazaire, ebenfalls eine Hafen- und Industriestadt, eine Hafengemeinschaft, die als bedeutendstes Schiffbauzentrum Frankreichs gilt. Andere bedeutende Wirtschaftszweige sind der Maschinenbau und die Lebensmittelindustrie. Letztere basiert vor allem auf den großen, traditionsreichen Keksfabriken in Nantes, auf den Konservenfabriken, die agrarische Produkte aus der Bretagne verarbeiten, und auf dem Weinbau, der an der Loire und südlich von Nantes (Muscadet de Sèvre-et-Maine) in großem Umfang betrieben wird. Selbstverständlich spielt auch der Tourismus für die Region eine nicht unerhebliche Rolle.

Ansprechpartnerin: Martina Rensen (Koordination Frankreichaustausch / bei Rückfragen tel. zu erreichen unter: 05931/882855 oder rensen@iserv-marianum.de)

 
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