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Theater am Marianum

 

kultpur - Theater AG SEK II

Wir über uns (aus der Sicht eines Schülers)

Eigentlich kann man die Theater-AG nicht richtig beschreiben, so wie man auch seine Familie oder seine Freunde nicht richtig beschreiben kann. Dennoch sei hier für alle, die uns noch nie hautnah erlebt haben, ein kleiner Versuch unternommen:

Am Anfang von allem steht die Liste. Die Liste, auf die man sich eintragen muss, wenn man ein Teil von ‚kultpur‘ werden will. Wenn man aufgenommen wurde folgt der Theaterworkshop in Frenswegen.

Und dann fängt sie an: Die große Probenzeit. Zu Beginn treffen wir uns nur einmal pro Woche und bei mancher Probe will man am liebsten aufhören, weil einfach alles schief läuft und man das Gefühl hat, nichts zu können. Aber nach und nach klappt alles besser, das Rohgerüst steht, der Bühnenbau ist auch fertig und plötzlich beginnen die Intensivproben. Das ist die Zeit, in der sich unsere Eltern fragen, ob wir eigentlich noch zu Hause wohnen, in der wir uns fragen, wann wir eigentlich schlafen und essen wollen, und unsere Freunde uns fragen: „Warum macht ihr das eigentlich?“ In dieser Zeit werden wir ein bisschen wie eine große Familie, man hört sich die Probleme der anderen an, motiviert sich, kritisiert sich, isst und lacht zusammen...

Und je kürzer die Zeit bis zur ersten Aufführung ist, je mehr Zeit man auf der Bühne verbringt, desto nervöser wird man, so dass noch bei den letzten Proben der Gedanke im Raum steht: „So können wir unmöglich auf die Bühne!“

Aber wenn dann die Premiere da ist und man seinen ersten Satz gesprochen hat, dann fallen alle Nervosität und Anspannung, aller Stress und alle Bedenken von einem ab und man hat das Gefühl, nur fürs Spielen zu leben. Und während der Verbeugung und dem Applaus, da weiß man ganz genau, warum man das auf sich genommen hat und wozu die Mühe gut war.

Dieses Gefühl, das man nach einer Vorstellung hat, ist nun wirklich unbeschreiblich. Wahrscheinlich ist Theaterspielen die stärkste Droge, die man in der Schule konsumieren kann. Denn wenn sich nach der letzten Aufführung der Vorhang schließt, dann wünscht man sich nichts sehnlicher, als sofort weiter spielen zu können…

 
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