G E M E I N S C H A F T       L E B E N       L E R N E N

Unterricht am Marianum

 

Das Fach Biologie

Haustierpflege, Massentierhaltung, ökologischer Fußabdruck, Biokraftstoff, Hungersnöte, Fleischkonsum, Bienenzucht, Bienensterben, Mendel, Darwin, Affe, Mensch, Genfood, Designerbabys, Pubertät, Sexualität, Selbstfindung?

„Die Annäherung an das Phänomen des Lebendigen trägt wesentlich zum Selbstverständnis des Menschen als lebendiges Wesen und als Teil der lebendigen Natur bei.“ (zum Bildungsbeitrag des Faches Biologie, Nds. Kerncurriculum Biologie)

Die Fach Biologie am Marianum leistet einen wichtigen Beitrag dazu, unsere Schülerinnen und Schüler zu selbstbestimmtem und verantwortlichem Handeln zu erziehen und ihnen ein Gespür dafür zu geben, was es bedeutet, ein wichtiger und gestaltender Bestandteil des Lebens zu sein.

In einer Zeit, in der Erkenntnisse aus Bereichen der Molekularbiologie, Biochemie, Biophysik oder Biotechnologie täglich ansteigen, unterliegt das Schulfach Biologie zwangsweise strukturellen Veränderungen. Es kann nur darum gehen, Einblicke in Teildisziplinen dieser Wissenschaft zu geben, Strategien in der Auseinandersetzung mit biologischen Fragestellungen zu vermitteln. Diese können uns helfen, die eigene Verantwortung für unsere Umwelt, aber auch die Abhängigkeit von unserer Umwelt zu verstehen.

Ein eigener Schulgarten, die 1,3ha große Streuobstwiese und die Schulimkerei stellen phantastische Möglichkeiten dar, über die Grenzen des klassischen Unterrichts hinaus Erfahrungsfelder für die Schüler zu schaffen.

Zusätzlich wird uns ab dem Schuljahr 2016/17 eine FÖJlerin dabei unterstützen, Projekte im Bereich der Umweltbildung durchzuführen, sodass sich unsere Möglichkeiten, dem Bildungsauftrag des Faches gerecht zu werden, nochmals vervielfältigen.

Biologieunterricht am Marianum: Fragen – Hypothesen – Erfahrungen – Erkenntnisse

Der Biologieunterricht am Gymnasium Marianum findet in sämtlichen Jahrgangsstufen statt. Zudem wird in projektorientierter Form in den MINT-Profilkursen unterrichtet. Kennzeichnend sind stets die Wissensvermittlung durch naturwissenschaftliches Arbeiten und der wiederkehrende Versuch, unsere Schülerinnen und Schüler zu einer Auseinandersetzung mit sich selbst und ihrer belebten Umwelt zu führen. Fragen der Genetik und Molekularbiologie sind ebenso relevant wie die nach einem nachhaltigen Umgang mit der Umwelt oder die Hinterfragung der eigenen Position in der belebten Welt.

Zentrum dieser Auseinandersetzungen ist der naturwissenschaftliche Erkenntnisgang. Dieser folgt dem Muster der hypothetisch-deduktiven Problemlösung und zeigt eine naturwissenschaftliche Methodik der Problemerschließung auf. Schülerinnen und Schüler lernen, biologische Phänomene durch Fragen und Hypothesen zu beantworten und ihre Erklärungen mittels eigener oder historischer Experimente und Beobachtungen zu überprüfen.

Wir können erklären, weshalb der Hund so spitze Zähne hat, warum der Mensch geimpft werden kann, aufgrund welcher möglichen Ursachen Krebszellen sich unentwegt teilen oder warum grüne Pflanzen die Grundlage des Lebens auf der Erde sind. Aber es gilt, zu lernen, diese Erklärungen auch zu belegen.

Das Experiment, in theoretischer oder praktischer Form, steht in den Naturwissenschaften im Zentrum dieser Erklärungsversuche. Es bieten sich an unserer Schule zur Auseinandersetzung mit den Fragen an die belebte Welt vielfältige Formen unterrichtlicher Gestaltung, die zum einen in der technischen Ausstattung des Marianums begründet sind. Für die Biologie von besonderer Relevanz sind zum anderen jedoch die direkt vor Ort bestehenden, einzigartigen Möglichkeiten der Naturerfahrung. Bienenvölker, Streuobstwiese und Schulgarten sind feste Bestandteile dieser Schule, des Fachbereiches Biologie und des Biologieunterrichtes.

Die Schülerinnen und Schüler können durch diese Voraussetzungen in ganz unterschiedlicher Weise produktiv werden: in der Erstellung von Referaten, Lernvideos oder Dokumentation mithilfe des eigenen Smartphones, im Anlegen eines Herbars, der Präparation eines Organs (Auge, Lunge oder Herz), und, und, und...

Durch die biologischen Seminarfächer „Phänomen Honigbiene“ und „Medizin“ nähern sich die Schülerinnen und Schüler in der Oberstufe dem Selbstverständnis des Menschen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven, beide Themenkomplexe jedoch bieten Einblicke in aktuelle Forschungsfragen, die für die menschliche Existenz bedeutsam sind. Die Seminarfächer sowie die Möglichkeit, das A-Level in Biologie abzulegen, ergänzen dabei einen gezielt auf das Studium vorbereitenden Unterricht in der Sek.II.

Den Biologieunterricht in der Sek.I und Sek.II flankieren Exkursionen, Experimente im Schulgarten oder Beobachtungen in der Schulimkerei und auf der Streuobstwiese. Der Fachbereich Biologie am Marianum ist geprägt von einer großen Vielfalt, die es uns ermöglicht, die Schülerinnen und Schüler auf ihre zukünftige Rolle in der Gesellschaft und Umwelt vorzubereiten. Denn wer Natur erlebt, ist auch in der Lage, sich als Teil dieser zu empfinden.

Umwelt-AGs: Der Natur begegnen - Schulgarten, Bienen und Streuobstwiese

Über unterrichtliche Zusammenhänge hinaus bieten wir unseren Schülerinnen und Schülern in den Biologie-AGs Schulimkerei und Schulgarten/Streuobstwiese Möglichkeiten der originalen Begegnung mit der Natur. Wir produzieren eigenen Honig, der durch die Schülerfirma in der Schule verkauft wird. Wir bauen Kartoffeln, Möhren, Salat, Erdbeeren, etc. an – und essen vieles noch direkt im Garten. Wir schneiden Obstbäume zurück, genießen die Obstbaumblüte im Frühjahr und ernten im Herbst hoffentlich viele Früchte. Wer weiß, vielleicht gibt es in einigen Jahren eigenes Schulobst, Obstsaft von unseren Bäumen? Eines ist allen Biologie-AGs gemeinsam: Wir erleben Schule von einer vollkommen anderen Seite – tief einatmen!

 
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