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News 2023

Auf den Spuren der Geschichte

Jahrgang 10 besucht die Gedenkstätte Esterwegen

Von Mihai Pantea und Jakob Schulte (10a) und T. Fiebig, 02.03.2023

Mittlerweile ist es gute Tradition am Marianum, dass die Geschichtslehrerinnen und -lehrer mit ihren Lerngruppen des 10. Jahrgangs eine ganztägige Exkursion zur Gedenkstätte Esterwegen unternehmen. Schließlich ist die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit – gerade mit deren dunklen Kapiteln – Grundvoraussetzung für eine gelingende Gegenwarts- und Zukunftsorientierung. Und so machte sich auch in diesem Jahr der 10. Jahrgang, klassenweise verteilt auf zwei Tage, auf den Weg nach Esterwegen, um den Spuren der Geschichte auf die Spur zu kommen. Stellvertretend berichten Mihai Pantea und Jakob Schulte aus der 10a von ihrem Besuch:

Als wir uns auf den Weg zur Gedenkstätte Esterwegen machten, war die Stimmung in unserer Gruppe sehr gedrückt. Wir waren uns alle bewusst, dass wir einen Ort besuchen würden, der für unvorstellbare Grausamkeiten und Leiden stand. Wir hatten bereits im Vorfeld viel über das Lager und seine Geschichte gelesen und konnten es kaum erwarten, das Gelände mit eigenen Augen zu sehen und mehr darüber zu erfahren.

Als wir schließlich ankamen und uns auf dem Gelände umsahen, wurde schnell deutlich, wie groß das Lager gewesen sein musste. Während unseres Rundgangs durch die Gedenkstätte wurden uns Geschichten über Überlebende erzählt und Bilder gezeigt von Menschen, die hier gelitten hatten.

Besonders beeindruckend fanden wir die Gedenkstätte selbst, die aus Betonblöcken und Stahlstangen bestand und an die schreckliche Vergangenheit des Lagers erinnerte. Die Architektur war sehr symbolisch und hatte eine tiefe emotionale Wirkung auf uns. Uns wurde bewusst, dass es wichtig ist, die Erinnerung an die Opfer des Lagers und die Grausamkeiten, die hier geschehen sind, am Leben zu erhalten.

Während der Führung durch das Lager wurden uns die Bedingungen erklärt, unter denen die Häftlinge hier leben mussten. Die Kälte, der Hunger und die Gewalt, denen sie ausgesetzt waren, sind unvorstellbar. Wir konnten nicht anders, als uns zu fragen, wie ein Mensch dazu in der Lage sein konnte, einem anderen solches Leid zuzufügen. Es war schwer zu verstehen, wie Menschen zu solch unmenschlichen Handlungen fähig sein konnten.

Insgesamt war der Besuch in der Gedenkstätte Esterwegen eine unglaublich bewegende Erfahrung. Er hat uns die Augen geöffnet für die Grausamkeiten, die Menschen anderen antun können, wenn sie von Hass und Vorurteilen getrieben werden. Er ermutigt uns auch dazu, uns aktiv für eine bessere Welt einzusetzen und für Gerechtigkeit und Frieden einzustehen. Der Besuch der Gedenkstätte wird uns für immer im Gedächtnis bleiben.


Ein herzlicher Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gedenkstätte für die zuvorkommende Organisation und flexible Durchführung der Besuche. Gerne kommen wir im nächsten Jahr wieder nach Esterwegen!
 
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