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News 2026

Renaissance erleben

Erasmus+-Fortbildung in Florenz

Von Fachschaft Kunst SP, 27.08.2026


Florenz gilt als eine der Geburtsstätten der Renaissance – und kaum ein anderer Ort ermöglicht es, die Kunst und Kultur dieser Epoche so unmittelbar zu erfahren.

Im Rahmen des Erasmus+-Programms nahm ich Ende Juni vom 20. bis 28. Juni 2026 ,an der Fortbildung „Discovering Renaissance Art in Florence“ teil. Gemeinsam mit Lehrkräften aus Zypern, Polen, Tschechien, Bulgarien und Spanien beschäftigte ich mich eine Woche lang mit der Florentiner Renaissance und mit Möglichkeiten, ihre Kunst und Kultur zeitgemäß im Unterricht zu vermitteln.


Die Stadt selbst wurde dabei zum Lernort. Den Auftakt bildeten eine Einführung in die Florentiner Renaissance und ein Besuch des Museo dell’Opera del Duomo, unter anderem mit den berühmten Bronzetüren des Baptisteriums. In den folgenden Tagen führten Exkursionen nach Santa Croce, in verschiedene Florentiner Kirchen, in das Museo Nazionale del Bargello sowie in die Medici-Kapellen. Kunstgeschichte wurde so nicht nur theoretisch behandelt, sondern unmittelbar vor den Originalen und in ihrem historischen Umfeld erfahrbar.


Begleitend widmete sich die Fortbildung zentralen Künstlern und Entwicklungen der Renaissance – von Cimabue und Giotto über Brunelleschi, Donatello und Botticelli bis zu Leonardo da Vinci, Michelangelo und Raffael. Dabei ging es ebenso um neue Formen von Perspektive, Raum und Proportion wie um die Bedeutung der Medici für die kulturelle Entwicklung von Florenz. Besonders Brunelleschis Architektur verdeutlichte eindrucksvoll, wie eng sich in der Renaissance Kunst, Mathematik, Wissenschaft und technischer Erfindungsgeist miteinander verbanden.

Neben kunsthistorischen Inhalten spielten praktische und didaktische Zugänge eine wichtige Rolle. Im Bargello erarbeiteten und präsentierten die Teilnehmenden ausgewählte Werke direkt vor den Originalen. Mit einem „Tableau vivant“, bei dem ein Renaissancegemälde mit den Mitteln des eigenen Körpers inszeniert wurde, wurde zudem eine kreative Methode erprobt, die sich unmittelbar auf den Kunstunterricht übertragen lässt. Gerade das Wechselspiel zwischen eigener Wahrnehmung, fachlicher Auseinandersetzung und praktischer Erfahrung eröffnete zahlreiche neue Impulse für die schulische Kunstvermittlung.


Eine besondere Atmosphäre erhielt die Woche durch das Fest San Giovanni, des Schutzpatrons von Florenz. Historische Traditionen und Feierlichkeiten im Zentrum der Stadt machten dabei einmal mehr deutlich, dass die Renaissance in Florenz nicht nur in Museen und Kirchen präsent ist, sondern bis heute Teil der kulturellen Identität der Stadt geblieben ist.

Ebenso wichtig war der europäische Austausch innerhalb der internationalen Gruppe. Gespräche über unterschiedliche Schulsysteme, Unterrichtserfahrungen und die Rolle kultureller Bildung eröffneten neue Perspektiven und machten zugleich sichtbar, wie sehr Kunst und gemeinsames kulturelles Erbe über Ländergrenzen hinweg verbinden können.


Die Fortbildung endete mit einer gemeinsamen Reflexion und der Übergabe der Zertifikate. Aus Florenz bleiben neben vielen kunsthistorischen Eindrücken vor allem neue Ideen für den eigenen Unterricht: Kunstgeschichte wird besonders lebendig, wenn sie nicht nur Wissen über Werke vermittelt, sondern zum genauen Sehen, eigenen Entdecken und kreativen Handeln anregt. Genau diese Erfahrungen sollen nun in den Kunstunterricht am Marianum einfließen.


 
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