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News 2026

Künstliche Intelligenz im Unterricht

Erasmus+-Fortbildung in Reykjavik

Von E. Erbacher, 14.08.2026


Wie kann Künstliche Intelligenz sinnvoll im Unterricht eingesetzt werden? Welche neuen Möglichkeiten eröffnet sie für Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler – und welche Herausforderungen und ethischen Fragen sind damit verbunden? Mit diesen Themen beschäftigte sich Ende Juli eine Erasmus+-Fortbildung im isländischen Reykjavik, an der ich unter anderem in meiner Funktion als Erasmus+-Koordinator des Gymnasium Marianum teilnahm.


Unter dem Titel „Artificial Intelligence in Education: Revolutionizing Learning and Teaching to Empower Educators and Students“ fand die sechstägige Fortbildung vom 26. bis 31. Juli 2026 im Rahmen des europäischen Erasmus+-Programms statt, bei dem wir seit Beginn des Schuljahres 2025 akkreditiert sind. Im Mittelpunkt der Fortbildung standen sowohl Grundlagen der Künstlichen Intelligenz als auch zahlreiche konkrete Anwendungsmöglichkeiten für Schule und Unterricht.

Ausgangspunkt der Fortbildung war die Frage, wie KI Bildungs- und Lernprozesse verändern und ggf. auch oft verbessern kann. Dabei ging es nicht allein um die Automatisierung von regelmäßigen Arbeitsabläufen wie das Erstellen von Unterrichtsplanungen für einzelne Stunden oder ganzen Sequenzen. Thematisiert wurden darüber hinaus auch Möglichkeiten, Lernprozesse stärker zu individualisieren und zu differenzieren, unmittelbares Feedback zu geben sowie Unterricht inklusiver und zugänglicher zu gestalten. Darüber hinaus standen unter anderem die Bereitstellung kreativerer und attraktiverer Lernumgebungen, die Möglichkeiten der Erstellung von inhaltlich präziseren und zielgruppenspezifischeren Unterrichtsmaterialien und abwechslungsreichen Prüfungsformaten, das Zusammenspiel verschiedener KI-Anwendungen und automatisierte Leistungsbewertung auf dem Programm.

Nach einer Einführung in die grundlegende Funktionsweise und die verschiedenen Anwendungsfelder von KI wurde schnell der praktische Einsatz im Unterricht zum Schwerpunkt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erprobten beispielsweise, wie sich mit KI Präsentationen erstellen und strukturieren lassen und wie entsprechende Werkzeuge für die Gestaltung von Unterricht eingesetzt werden können. Die gemeinsame praktische Arbeit in Gruppen ermöglichte dabei zugleich einen Austausch über unterschiedliche schulische Voraussetzungen und Einsatzmöglichkeiten.


Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der kreativen Arbeit mit KI. Verschiedene Anwendungen zur Generierung und Bearbeitung von Bildern, Videos und Musik wurden vorgestellt und praktisch erprobt. Damit rückte auch die Frage in den Mittelpunkt, wie KI nicht nur zur Informationsgewinnung, sondern als Werkzeug für kreative und produktorientierte Lernprozesse genutzt werden kann.

Besondere Aufmerksamkeit galt zudem dem Einsatz von KI-Agenten und Chatbots im Bildungsbereich. Die Teilnehmenden beschäftigten sich damit, wie solche Systeme für interaktive und personalisierte Planungs- und Lernaktivitäten entwickelt und genutzt werden können. Der Vorteil ist, dass Unterrichtsmaterialien so gestaltet und angepasst werden können, dass unterschiedliche Lernvoraussetzungen berücksichtigt und möglichst allen Schülerinnen und Schülern Zugänge zu den Lerninhalten eröffnet werden. Die Fortbildung zeigte, wie KI dabei helfen kann, Materialien und Aufgaben an individuelle Bedürfnisse von Lehrenden und Lernenden anzupassen.

Auch die Leistungsbewertung und Rückmeldung wurden thematisiert. Erprobt wurden Möglichkeiten, mithilfe KI-gestützter Anwendungen Lernleistungen zu analysieren sowie automatisiertes und personalisiertes Feedback zu erstellen.


Bei allen technischen Möglichkeiten spielte zugleich die kritische Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz eine zentrale Rolle. Zu den Lernzielen gehörte ausdrücklich, die ethischen und gesellschaftlichen Auswirkungen von KI im Bildungsbereich zu untersuchen und einen reflektierten Umgang mit der Implementierung entsprechender Technologien zu fördern.

In den in die Fortbildungstage integrierten Praxiselementen wurden deshalb nicht nur weitere Anwendungen – beispielsweise KI-gestützte Mindmaps – erprobt, sondern auch ethische Dilemmata diskutiert. Gerade für Schule und Unterricht ist diese Perspektive von besonderer Bedeutung: Schülerinnen und Schüler sollen KI nicht lediglich bedienen können, sondern deren Ergebnisse kritisch hinterfragen, Möglichkeiten und Grenzen erkennen und einen verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Technologien entwickeln.


Neben den fachlichen Inhalten bot die Fortbildung Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung mit Lehrkräften aus anderen europäischen Ländern, darunter Kolleginnen und Kollegen aus Spanien, Italien und Irland. Die gegenseitige Vorstellung der jeweiligen Schulen, gemeinsame Workshops und der Erfahrungsaustausch über internationale Projekte waren fester Bestandteil des Programms. Ein ausdrücklicher Mehrwert der Mobilität bestand darin, die Zusammenarbeit europäischer Lehrkräfte zu stärken, Erfahrungen mit internationalen Projekten auszutauschen und daraus neue Kooperationen entstehen zu lassen. Dazu trugen auch die individuell organisierten gemeinsamen Veranstaltungen in der Freizeit bei, darunter gemeinsame Essen und Ausflüge. So konnten neue und zukunftsträchtige Kontakte zu Schulen in Spanien und Irland geknüpft werden.

Die Fortbildung in Reykjavik verband damit drei zentrale Aspekte des Erasmus+-Programms: fachliche Weiterbildung, europäische Vernetzung und den Transfer neuer Impulse in die eigene Schule. Die gewonnenen Kenntnisse und Erfahrungen werden nun im Rahmen einer schulinternen Workshop-Fortbildung am Marianum im Kollegium weitergegeben und für die weitere schulische Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz nutzbar gemacht werden.

Damit eröffnete die Erasmus+-Mobilität nicht nur neue Perspektiven auf die gegenwärtigen Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Sie trägt auch dazu bei, gemeinsam weiter zu überlegen, wie Schule die Chancen dieser Technologie nutzen und Schülerinnen und Schüler zugleich zu einem kompetenten, kreativen und kritischen Umgang mit KI befähigen kann.

 
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