Anne-Frank-Tag am Marianum
Von J. Kröger, 27.06.2026
Am 15. und 16. Juni 2026 stand das Marianum ganz im Zeichen des Anne-Frank-Tages. Im Rahmen des bundesweiten Aktionstages des Anne Frank Zentrums gestalteten sechs Schülerinnen des 12. Jahrgangs für insgesamt rund 50 Schülerinnen und Schüler des 7. Jahrgangs ein abwechslungsreiches Programm zur Auseinandersetzung mit dem Leben von Anne und Margot Frank sowie mit den Themen Erinnerung, Menschenrechte und gesellschaftliche Verantwortung.
Das Besondere an dem Projekt: Die Inhalte wurden von Schülerinnen für Schülerinnen und Schüler vorbereitet und durchgeführt. Damit setzte das Marianum bewusst auf einen Peer-to-Peer-Ansatz, bei dem ältere Jugendliche Verantwortung übernehmen und ihre Erfahrungen an jüngere Lernende weitergeben. Nach einem gemeinsamen Kennenlernen mit verschiedenen Gruppenspielen erkundeten die Siebtklässlerinnen und Siebtklässler die Ausstellung des Anne Frank Zentrums. Dabei erhielten sie Einblicke in das Leben von Anne und Margot Frank sowie in die historischen Hintergründe der Zeit des Nationalsozialismus.
Im Anschluss arbeiteten die Teilnehmenden kreativ weiter. In Kleingruppen entstanden eigene Plakate zu Anne und Margot Frank, die zentrale Aspekte ihres Lebens und ihrer Geschichte aufgriffen. Darüber hinaus entwickelten die Schülerinnen und Schüler eigene Medienprodukte. Neben Podcasts entstanden Til-Tops und weitere kreative Beiträge, mit denen sie sich auf individuelle Weise mit den Biografien der beiden Schwestern auseinandersetzten. Anna Weßling aus dem 12. Jahrgang, die an der Vorbereitung und Durchführung beteiligt war, betont den besonderen Wert des Projekts: „Uns war wichtig, dass die Siebtklässlerinnen und Siebtklässler nicht nur zuhören, sondern selbst aktiv werden. Gerade wenn Jugendliche mit Jugendlichen arbeiten, entstehen oft besonders offene Gespräche über Geschichte, Ausgrenzung und Verantwortung.“
Auch bei den Teilnehmenden hinterließ der Projekttag einen nachhaltigen Eindruck. Henrike Beelmann aus dem 7. Jahrgang sagte nach dem Workshop: „Mir hat gefallen, dass wir selbst kreativ arbeiten konnten. Dadurch habe ich viel über Anne und Margot Frank gelernt und verstanden, warum ihre Geschichte heute noch wichtig ist.“ Der Anne-Frank-Tag ist am Marianum zugleich Teil des Engagements der Schule im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Ziel ist es, historische Bildung mit aktuellen Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu verbinden und Schülerinnen und Schüler für demokratische Werte sowie gegen jede Form von Diskriminierung und Ausgrenzung zu sensibilisieren.
Betreut wurde das Projekt von den Lehrkräften Jan Baum und Johannes Kröger. Jan Baum zeigte sich erfreut über das Engagement der Oberstufenschülerinnen: „Es ist beeindruckend zu sehen, mit wie viel Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein die Schülerinnen das Programm entwickelt und durchgeführt haben. Genau solche Projekte machen demokratisches Lernen erfahrbar.“ Auch Johannes Kröger hob den Peer-to-Peer-Gedanken hervor: „Wenn ältere Schülerinnen ihre Erfahrungen und ihr Wissen an jüngere weitergeben, entsteht eine besondere Lernatmosphäre. Die Themen des Anne-Frank-Tages werden dadurch nahbar und gewinnen für die Schülerinnen und Schüler eine hohe persönliche Bedeutung.“
Das Marianum setzt mit dem Anne-Frank-Tag ein weiteres Zeichen für Erinnerungskultur, demokratische Bildung und ein respektvolles Miteinander – Werte, die im Schulalltag als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ einen festen Platz haben.



