Marianum-Schülerin Paula Schoe gewinnt Sonderpreis beim Bundesfinale „Jugend forscht“
Von T. Fiebig, 15.06.2026
Ende Mai fand in Herzogenaurach das große Bundesfinale des diesjährigen „Jugend forscht“-Wettbewerbs statt. Vor den Augen namhafter Wirtschafts- und Politikprominenz präsentierten 159 junge MINT-Talente aus ganz Deutschland insgesamt 116 herausragende Forschungsprojekte. Unter ihnen: Die 18-jährige Paula Schoe aus Dörpen, Schülerin am Gymnasium Marianum Meppen. Neben unvergesslichen Erfahrungen konnte sich Paula über die Auszeichnung mit einem Sonderpreis freuen – die Teilnahme an der renommierten Luxembourg International Science Expo.
Als eines unter Deutschlands besten Talenten in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) wurde die Marianum-Schülerin vor mehr als 1000 Gästen und in Anwesenheit von Bundesbildungsministerin Karin Prien und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche ausgezeichnet für ihre „Multispektroskopische Analyse eines neuartigen Betanin-Chlorophyll/TiO₂-Antennenkomplexes“: Bei der Fotosynthese absorbieren Antennenpigmente die Lichtenergie und leiten sie weiter. Ihr Wirkungsgrad ist allerdings niedrig. Paula Schoe entwickelte ein künstliches An-tennenpigment, das Licht effektiver nutzt als die Natur, und stieß mit diesem Forschungsansatz in hochwissenschaftliche Sphären vor.
Begleitet wurde die Zwölftklässlerin sowohl in ihrer Forschungsarbeit als auch während des Bundesfi-nals von den beiden Lehrkräften Nicole Schröder und Nils Kreienhop. „Wir haben uns sehr gefreut, Paula zum Bundeswettbewerb zu begleiten. Wenngleich bereits das Erreichen der Endrunde von einer wissenschaftlich fundierten Projektarbeit zeugt, freuen wir uns umso mehr, dass Paula auch im per-sönlichen Jury-Gespräch fachlich überzeugten konnte und die mühevoll investierte Arbeit mit einem Sonderpreis honoriert wurde“, zeigte sich Kreienhop im Nachgang vollauf zufrieden. Für Paula Schoe selbst bedeutet der Erfolg in Herzogenaurach den vorläufigen Höhepunkt ihrer Forschungstätigkeit, die sie als Schülerin am Gymnasium Dörpen begann und nach dem Wechsel ans Meppener Marianum zur Klasse 11 weiter intensiviert hat: „Der Bundeswettbewerb war eine unglaublich tolle und span-nende Erfahrung. Besonders inspirierend war der Austausch mit den anderen Jungforschern, wodurch unvergessliche Erinnerungen entstanden sind. Ich bin meinen beiden Betreuern, meinen Freunden, meinen Eltern und all denen, die mich bei meinem Projekt tatkräftig unterstützt und an mich ge-glaubt haben, unendlich dankbar. Ohne sie wäre dieser Weg deutlich schwieriger gewesen!“
An der aktuellen Runde von „Jugend forscht“, Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb, beteiligten sich unter dem Motto „Maximale Perspektive“ bundesweit 11327 Kinder und Jugendliche mit 6302 Projekten.
Paula Schoe hat einen eigenen Bericht geschrieben, der ihre Erfahrungen beim Bundeswettbewerb einfängt:
Der Bundeswettbewerb 2026 fand vom 28. Mai – 31. Mai in Herzogenaurach beim Bundespatenunternehmen Schaeffler statt. Am Donnerstag reisten wir mit dem Auto an und erreichten mittags Herzogenaurach. In Herzogenaurach befindet sich der Hauptstandort von Schaeffler. Das Gelände war riesig und hat mich sehr beeindruckt. Durch den Haupteingang gelangten wir zu großen Tresen, an dem nette Mitarbeiter uns Namensschilder und für mich als Jungforscherin einen Willkommensbeutel aushändigten.
Anschließend bauten wir meinen Stand auf. Die drei DIN A0-Plakate, die vorher zuhause gestaltet wurden, passten perfekt an die vorgesehenen Wänden. Ebenfalls habe ich eine Freundin vom Landeswettbewerb wiedergetroffen. Am Donnerstagmittag waren bereits Jungforscher anwesend, sodass wir eine erste Tour durch die Ausstellung unternahmen. Die Ausstellung war in die sieben Fachgebiete – Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo-und Raumwissenschaften, Mathe/Informatik, Physik und Technik unterteilt. Pro Bundesland waren ein oder zwei Projekte pro Fachgebiet geschickt worden. Mit der anderen Jungforscherin habe ich mir die Jufo-Lounge angeschaut – dies war ein Bereich mit Sitzgelegenheiten, Zeitschriften und Verpflegung, der extra für die Jungforschenden eingerichtet worden war.
Am Donnerstagnachmittag fand jedoch dort auch die Verabschiedung der Projektbetreuenden statt, weil der Wettbewerb am Freitag und Samstagvormittag eine geschlossene Veranstaltung. Gemeinsam mit meinen Betreuern Frau Schröder und Herrn Kreienhop habe ich kurz nochmal über die Jurygespräche und Projektpräsentation am nächsten Tag gesprochen. Wir wollten während der nächsten Tage auf jeden Fall per Teams in Kontakt bleiben.
Nach der Verabschiedung der Betreuer fand die Begrüßung der Jungforschenden in einem großen Auditorium mit anschließendem Gruppenfoto statt. Nachdem uns der CEO Klaus Rosenfeld die Firmenwerte und Aufgabenbereiche des Unternehmens präsentiert hatte, wurden uns die allgemeinen Regeln und das Programm des Wettbewerbs erklärt. Jeden Morgen sollte es in den drauffolgenden Tagen eines Tagesvorbesprechung geben, um die Organisation zu erleichtern.
Am Donnerstagabend waren wir bei Schaeffler zum Abendessen eingeladen. Das Wetter war super, sodass wir draußen auf einem großen Balkon sitzen und dabei auch die große bedruckte Wand mit einem Jufo-Foto betrachten konnten. Durch das Essen und Spiele, die auslagen, lernte ich schnell viele neue sehr sympathische Jungforscher kennen. Ein Mädchen trat sogar mit zwei Projekten an. Bei einer witzigen Wizard-Runde lernte ich auch einige Teilnehmer aus dem Fachgebiet Chemie kennen.
Nach dem Abendprogramm durften wir ins Hotel einchecken, welches fußläufig von Schaeffler erreichbar war. Meine Zimmerpartnerin kam aus Brandenburg und hatte auch ein Projekt im Fachgebiet Chemie über Insulin-Kapseln für Diabetiker am Start. Wir haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden.
Am Freitag, dem 29. Mai standen die zwei Jury-Gespräche an. Ehrlich gesagt war ich ziemlich aufgeregt, da die Jury vor allem aus Professoren bestand. Das Niveau der Bundesebene war seit der Landesebene nochmal deutlich angestiegen. Mein erstes Jury – Gespräch hatte ich um 10:55 Uhr. Glücklicherweise klappte meine fünfminütige Projektpräsentation gut, aber die Fragen der Jurorinnen fand ich sehr anspruchsvoll. Also bereitete ich mich anschließend thematisch stärker auf das 2. Jury-Gespräch vor. Zwischen den beiden Jury-Gesprächen wurde ebenfalls mein Foto für die Projektdatenbank gemacht. Es ist einsehbar auf der offiziellen Webseite von Jugend forscht in der Projektdatenbank. Mit anderen Teilnehmern aus meinem Fachgebiet habe ich währenddessen über deren erste Jurygespräche gesprochen. Die Stimmung auf dem Wettbewerb war im Allgemeinen sehr gut – auch im Vergleich zum letzten Jahr ist mir dies dieses Jahr stärker aufgefallen.
Mein 2. Jury-Gespräch lief besser als das 1., weil die Fragen nicht so anspruchsvoll waren. Nach dem 2. Jury-Gespräch kam noch ein Mann zu mir, der als Juror für den International Science and Engineering Fair (ISEF) unterwegs war, der nächstes Jahr im Mai in den USA stattfindet. Vielleicht werde ich dafür auch ausgewählt. Er war auf jeden Fall sehr sympathisch. Meine Betreuer habe ich über den Verlauf der Jurygespräche detailliert informiert. Nach dem 1. Jury-Gespräch ermutigten sie mich, weiter positiv zu bleiben und sich nicht zu viele Gedanken über die teilweise nicht beantworteten Fragen zu machen. Das hat mir geholfen!
Um halb sechs wurden wir per Bustransfer zu Adidas gebracht, weil wir dort abends eingeladen waren. Nach einer kurzen Führung durch das Gebäude, gab es zuerst ein kleines Quiz über die Firmenhistorie und Produkte von Adidas. Die Fragen waren zum Teil gar nicht so einfach. Anschließend wurde gegrillt. Nach dem Essen durften wir uns entscheiden, ob wir entweder eine Campus-Führung oder Sport machen wollen. Ich habe mich für Beachvolleyball entschieden. Mit den typischen blauen Adidas-Fahrrädern durften wir über den Campus fahren zu dem Volleyballfeld. Das Wetter war wie am Vortag sehr gut. Vor allem nach den stressigen Jury-Gesprächen hat das Spielen super geholfen, auf andere Gedanken zu kommen oder einfach abzuschalten. Wir haben sechs gegen sechs fast 2 Stunden lang gespielt. Um kurz nach 9 mussten wir uns wieder auf den Weg zur Shuttle-Haltestelle machen, da dort der Bus auf uns wartete.
Am Freitagabend haben wir mit 16 anderen Jungforschern vor dem Hotel auf dem Parkplatz, weil es so warm war, noch eine Runde Werwolf gespielt. Es hat viel Spaß gemacht. Die Gemeinschaft zwischen uns würde ich als ein Highlight des gesamten Wettbewerbs bezeichnen, da so immer jemand für einen da war, sobald man Zweifel hatte oder einfach nur reden wollte.
Am Samstagmorgen standen noch Zwischengespräche der Jury an, aber zu mir an den Stand kam keine Jury mehr. Ich habe die Zeit genutzt und mir Projekte der anderen Teilnehmer detaillierter anzuschauen und war schwer beeindruckt. Ich habe mir auch detailliert das Projekt von Filian angeschaut, der am Samstagabend den gleichen Sonderpreis wie ich gewonnen hat. Sein Projekt war aus dem Fachgebiet Mathe/Informatik und beinhaltete ein selbst programmiertes Programm, welches die Wahlen in Schulen für Lehrer erleichtern sollte. Es war sehr beeindruckend!
Am Samstagmittag übten wir den Ablauf der Siegerehrung und der Sonderpreisverleihung im Gala-Zelt. Ich hatte nicht erwartet, dass das Zelt so riesig und so schön von innen war. Mir fehlten erstmal die Worte beim Betreten. Das Üben dauerte anderthalb Stunden und fand natürlich mit Fake-Urkunden statt (und zufällig ausgewählten Projekten).
Als wir wieder in der Ausstellung waren, durfte die Öffentlichkeit die Ausstellung besuchen und sowohl meine Eltern als auch meine Betreuer besuchten mich an meinem Stand. Minty, da Jugend forscht – Maskottchen war auch anwesend. An meinen Stand kamen einige interessierte Besucher, aber ich musste auch auf die Zeit achten, da mein mündliches Jury-Feedback noch bevorstand. Um 20 nach 3 machte ich mich auf den Weg zur Jufo-Lounge. Mein Feedback fiel leider kritischer aus als gedacht, was mich etwas enttäuschte. Trotzdem versuche ich in Zukunft, die Ideen der Jury zum Teil umzusetzen. Um 17 Uhr endete die Ausstellung für die Öffentlichkeit und wir hatten noch einmal die Möglichkeit, zurück zum Hotel zu gehen und uns umzuziehen. Um 18 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Gala-Zelt zur Sonderpreisverleihung, die um 18.30 Uhr begann. Das Zelt war feierlich eingerichtet und die runden Tische sehr feierlich dekoriert. Während der Preisverleihung sollte es auch ein 3-Gänge-Menü geben. Die Sonderpreisverleihung war für mich das Highlight des gesamten Wettbewerbs. Ich saß neben meinen neuen Freunden und wir hatten einen wirklich schönen Abend mit einem sehr leckeren Essen. Den Moderator der Veranstaltung, Jacob Beautemps, fand ich auch super. Die gesamte Atmosphäre war einfach toll und sehr feierlich. Auf der Bühne wurde an einem Monitor immer Standnummern angezeigt, deren Jungforscher dann jeweils auf die Bühne kommen sollten. Ich war sehr überrascht als auch meine Nummer dort angezeigt wurde, sodass ich erst einen Moment brauchte, um aufzustehen und nach vorne zu laufen. Als ich vorne stand, fragte ich mich die ganze Zeit, welchen Preis ich denn nun gewonnen hatte. Über den Reise-Sonderpreis (Teilnahme an der Luxembourg International Science Expo für junge Forschende "LISE" in Luxemburg) habe ich mich riesig gefreut, weil ich eigentlich mit einem Geld-Sonderpreis gerechnet hatte.
Zwischen dem Verleihen der Preise gab es immer wieder verschiedene Programmpunkte wie z.B. der Vortrag der Science-Slam-Gewinnerin Lisa Budzinski über Darmbakterien oder die Aufführung einer Artistengruppe und natürlich das Essen. :) Um 23 Uhr endete die Sonderpreisverleihung und es gab noch eine Party mit DJ Tom im Zelt. Dafür wurden die Tische komplett abgeräumt und auch die Bühne durfte zum Tanzen genutzt werden. Es blieben nicht alle Jungforscher, aber viele nutzten nochmal die Gelegenheit zu tanzen. Auch einige Juroren und Preisstifter habe ich auf der Tanzfläche gesehen. Die Stimmung war gut und das Tanzen hat großen Spaß gemacht. Ein Highlight waren auch kleine humanoide Roboter, die ebenfalls tanzten. Gemeinsam mit einer anderen Jungforscherin habe ich den Shuttle um 0:30 Uhr zurück zum Hotel genommen. Ich war sehr müde, aber am nächsten Tag mussten wir früh aufstehen, da wir noch packen mussten. Aber wir haben alles pünktlich geschafft.
Zwischen 9 und 10:30 Uhr war die Ausstellung der Projekte nochmal für geladene Gäste der Siegerehrung geöffnet. An meinem Stand war jedoch wenig los. Um 11 Uhr begann die Siegerehrung. Sie wurde moderiert von Barbara Hahlweg, einer Moderatorin aus dem ZDF, moderiert. Wir Jungforscher durften wie jedes Jahr feierlich einlaufen – dieses Jahr wurde als Einlauflied das Rocky (Main Theme) von der Schaeffler Big Band live gespielt. Das Einlaufen war erneut ein Highlight für mich – das Gefühl über die Bühne zu laufen, ist einfach unbeschreiblich. Wir haben uns auf die für die Jungforschenden reservierten Plätze gesetzt. Die Siegerehrung dauerte knapp 2 Stunden. Ich habe keine Platzierung gewonnen, was ich zwar gehofft, aber auch nicht erwartet hatte. Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass meine Freundin Jamila vom Landeswettbewerb den Bundessieg im Fachgebiet Biologie mit ihrem Projekt holte!
Generell schnitt Niedersachsen dieses Jahr ziemlich erfolgreich ab, da jedes Projekt hat mindestens einen Preis gewonnen. Der Landeswettbewerbsleiter Herr Dr. Osewold hatte mich ebenfalls am Samstag an meinem Stand besucht, was mich sehr gefreut hat. Nach der Siegerehrung gab es noch einen kleinen Imbiss, bevor wir meinen Stand abbauten, noch gegenseitig Nummern austauschten und uns voneinander verabschiedeten. Es war schade, dass der Wettbewerb so schnell vorbei war, aber wir wollten weiter in Kontakt bleiben.
Am frühen Nachmittag machten wir uns schließlich auf den Heimweg.
Der Bundeswettbewerb war, genau wie im letzten Jahr, eine unglaublich tolle und spannende Erfahrung. Besonders inspirierend war der Austausch mit den anderen Jungforschern, wodurch unvergessliche Erinnerungen entstanden sind. Ich bin meinen beiden Betreuern, meinen Freunden, meinen Eltern und all denen, die mich bei meinem Projekt tatkräftig unterstützt und an mich geglaubt haben, unendlich dankbar. Ohne sie wäre dieser Weg deutlich schwieriger gewesen!
Medienberichte:
Auch die Medien berichteten über den Paula Schoes Erfolg beim Bundeswettbewerb:
Was los in Meppen
Schulstiftung Osnabrück
Ems-Vechte-Welle
NDR-Podcast (ab 5:30)



