Kleine MINT-Akademie in der dänischen Hauptstadt
Erasmus+-Projekt in Kopenhagen
Von S. Schnaider, 04.05.2026
Wie wird eine Großstadt klimaneutral? Welche Rolle spielen erneuerbare Energien, moderne Mobilität und clevere Technik? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich 27 Schülerinnen und Schüler unseres Jahrgangs 11 vom 13. bis 17. April 2026 im Rahmen des Erasmus+-Projekts „Energie - Auf dem Weg zur Klimaneutralität!“. Begleitet wurde die Gruppe von Herrn Kossen und Frau Schnaider.
Mit dem Greve Gymnasium nahe Kopenhagen stand uns ein idealer Projektpartner zur Seite. Eine Woche lang wurde gemeinsam geforscht, diskutiert und entdeckt – in deutsch-dänischen Teams, auf Englisch und mit viel Neugier.
Der Abend des Ankunftstages gehörte nach kurzem Einzug ins zentral gelegene Hostel noch uns allein: Bei einer ersten Wanderung durch die Innenstadt und gemeinsamem Essen im Restaurant Europa feierten wir den Projekt-Auftakt.
Mit unseren dänischen Partnerinnen und Partner waren wir erstmals am nächsten Morgen in ihrer Schule verabredet, und natürlich nutzten wir zur Anreise gleich den vorbildlichen ÖPNV der dänischen Hauptstadt. Während der gesamten Woche waren Metro und Bahn unsere Verkehrsmittel – effizient, modern und klimafreundlich.
Ein kurzes Hallo in der Schule, und schon sorgten Ice-Breaker-Aktivitäten dafür, dass aus anfänglicher Zurückhaltung erste lebhafte Gespräche wurden. Dann wurde es praktisch: In gemischt-nationalen Kleingruppen experimentierten wir mit Solarzellen sowie mit Brennstoffzellen, die ein wasserstoffbetriebenes Modellauto antreiben. Dabei zeigte sich schnell: Naturwissenschaft funktioniert besonders gut, wenn man sie selbst ausprobiert! Sehr selbstverständlich wurde Englisch hier zur Arbeitssprache – mal fachlich präzise, mal kreativ improvisiert, aber immer erfolgreich!
Am Ende dieses langen Projekttages standen gemeinsames Planen, Einkaufen, Zubereiten und Essen auf dem Programm: Vegan, vegetarisch, ohne Schweinefleisch – die große Küchenschlacht brachte eine ebenso große Vielfalt von Lieblingsgerichten auf den Tisch. Essen als Ausdruck von Kultur, Identität und sozialer Interaktion.
Bei einer Foto-Safari unter dem Motto „MINT-Traces in Copenhagen“ erkundeten am nächsten Vormittag neu zusammengesetzte deutsch-dänische Kleingruppen Orte in Kopenhagen mit besonderem naturwissenschaftlichem Bezug. Ein Höhepunkt war der Besuch des Rundetårn. Dort begegneten wir den Astronomen Tycho Brahe und Ole Rømer und erfuhren, wie Rømer einst die Lichtgeschwindigkeit berechnete - ein Meilenstein der Physik, lange bevor es Taschenrechner oder WLAN gab! Großen Eindruck hinterließ der Vortrag einer dänischen Physikstudentin, die im Anschluss von zahlreichen interessierten Schülerinnen und Schülern mit Fragen umringt wurde.
Spannend und informativ war daran anschließend der Besuch von CopenHill / Amager Bakke – einer Müllverwertungsanlage mit Skipiste und steiler Kletterwand. Spätestens dort wurde klar: Nachhaltigkeit darf auch Spaß machen! Wir lernten so das Prinzip der hedonistischen Nachhaltigkeit kennen: Umweltfreundliche Lösungen sollen nicht Verzicht bedeuten, sondern Lebensqualität schaffen. Ein attraktiver Gedanke – und in Kopenhagen sichtbar umgesetzt.
Der dritte Tag begann im Experimentarium in Hellerup, einer interaktiven naturwissenschaftlichen Ausstellung in Dänemarks führendem Wissenschaftszentrum. Wieder neue Kleingruppen, inzwischen zur Routine geworden, sollten ausprobieren, beobachten und erklären. Der Schwerpunkt lag auf dem Thema Energie, verbunden mit kooperativem Lernen und großer Freude am Entdecken.
Zum Abschluss erkundeten wir Kopenhagen noch bei einer Kanalbootfahrt vom Wasser aus und gewannen wieder neue Perspektiven auf moderne Stadtentwicklung.
Das Erasmus+-Projekt orientierte sich an den UN-Nachhaltigkeitszielen, insbesondere an Ziel 7: bezahlbare und saubere Energie. Kopenhagen ist dafür ein starkes Beispiel: Seit 2005 hat die Stadt ihre CO₂-Emissionen um rund 80 Prozent reduziert.
Für uns alle war die Woche weit mehr als eine Reise. Wir gewannen neue Perspektiven auf Energie, Mobilität und Klimaschutz, knüpften internationale Kontakte und erhielten spannende Einblicke in Naturwissenschaft und Technik. Gleichzeitig zeigte das Projekt sehr anschaulich, wie lebendig und gewinnbringend europäische Zusammenarbeit sein kann. Jetzt erwarten wir mit Spannung den Rückbesuch der Dänen am Marianum im Oktober!
Auch die Medien berichteten über die von Erasmus+ geförderte Kleine MINT-Akademie in Kopenhagen:
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