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News 2026

Energiemarmelade der Zukunft: MINT-Tag am Marianum

Von A. Kossen, 24.04.2026


Als MINT-EC-Schule führt das Gymnasium Marianum Meppen seit einigen Jahren einen MINT-Tag zur speziellen Förderung von Interessen und Begabungen im MINT-Bereich durch. Der diesjährige MINT-Tag zeigte in unterschiedlichen Projekten die vielfältigen Facetten des MINT-Bereichs auf.


Los ging es am Donnerstag-Abend mit einem fulminanten öffentlichen Experimental-Vortrag zum Thema „Energiemarmelade“. „Wir freuen uns, dass wir mit PD Dr. Andreas J. Vorholt vom Max-Planck-Institut für ‚Chemische Energie-Konversion‘ in Mühlheim an der Ruhr einen sehr hochkarätigen und fachlich äußerst versierten Referenten gewinnen konnten.“, zeigte sich MINT-Koordinator Ansgar Kossen zum Auftakt voller Vorfreude. PD Dr. Andreas J. Vorholt begeisterte anschließend ein großes Publikum aus nahezu allen Altersklassen mit äußerst verständlich vermittelten naturwissenschaftlichen Fachinhalten zum (global-)gesellschaftlich sehr relevanten Thema der Energiewende. Dem Titel seines Vortrags wurde er schon zu Beginn gerecht. So hätten die Menschen, vor allem in den letzten rund 150 Jahren, sehr viel „Energiemarmelade“ aus den Tiefen der Erde geholt, um durch ihre Verbrennung Energie freizusetzen. Nicht zuletzt durch das Pariser Klimaabkommen seien sich heute viele Staaten darin einig, für die Zukunft der Energieversorgung auf erneuerbare Energien zu setzen. Die Herausforderungen, die sich durch die schwache Grundlastfähigkeit erneuerbarer Energieformen ergäben, lägen auf der Hand. Hier komme die chemische Energie-Konversion ins Spiel! In Zeiten von zu viel elektrischer Energie aus PV- und Windenergie-Anlagen im Stromnetz solle grüner Wasserstoff hergestellt werden. Da Wasserstoff als Gas mit einer geringen Dichte gewisse Nachteile mit sich bringe, könne dieses mit Kohlenstoffdioxid, zum Beispiel in Nähe eines Kohlenstoffdioxid-Emittenten, zur Reaktion gebracht werden. Hierzu wird am Max-Planck-Institut geforscht, u.a. auch im Bereich von Katalysatoren, die diese chemischen Reaktionen beschleunigen. Herr PD Dr. Andreas J. Vorholt warb in diesem Zusammenhang dafür Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid chemisch zu Methanol umzusetzen. So stelle man einen flüssigen Brennstoff her, den man gut lagern und zum Betrieb der kritischen Infrastruktur auch dann nutzen könne, wenn es zu Ausfällen im Stromnetz käme. Methanol sei, um im Bild zu bleiben, ein Beispiel für die „Energiemarmelade“ der Gegenwart und vor allem der Zukunft. Dass Herr PD Dr. Andreas J. Vorholt auch Betriebswirt ist, zeigte sich bei seinem Appell, dass es nun verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen geben müsse, damit Firmen in die (industrielle) Produktion dieser Energiemarmelade einstiegen.

Am Freitagvormittag vertieften die vier Chemie-Leistungskurse der Jahrgänge 12 und 13 des Marianum diese Inhalte in gemeinsamen Workshops mit Herrn PD. Dr. Andreas J. Vorholt. Die Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs widmeten sich am MINT-Tag dem Themengebiet der Molekularen Zellbiologie. Hierfür konnte Herr Dr. Christian Schröer als Referent gewonnen werden.


Darüber hinaus erhielt das Marianum am diesjährigen MINT-Tag eine sehr großzügige und zugleich große Spende vom Unternehmen und Kooperationspartner Röchling Industrial SE & Co. KG aus Haren – und zwar einen 4 m langen und 2 m breiten Pflanz- und Arbeitstisch für die Arbeit im Außenbereich, gefertigt aus einem Hochleistungskunststoff. Der MINT-Profil-Kurs von Herrn Arno Krieger aus dem Jahrgang 9 erhielt im Rahmen einer Exkursion am MINT-Tag zunächst vor Ort in Haren Einblicke in die Fertigung von Produkten aus Hochleistungskunststoffen und nahm anschließend, gemeinsam mit Schulleiter Hermann-Josef Rave und MINT-Koordinator Ansgar Kossen, das „große“ Geschenk aus den Händen von Valeri Karastelev (gewerblich-technischer Ausbilder bei Röchling Industrial SE & Co. KG am Standort in Haren) und seinen Kolleginnen und Kollegen am Marianum in Empfang. Das Marianum freut sich sehr über diese großzügige Spende und bedankt sich sehr herzlich bei der Firma Röchling.

Eine weitere großzügige Spende zur Bereicherung des Unterrichts, u.a. in den MINT-Profilkursen und im Kunstunterricht, erhielt das Marianum am MINT-Tag von der Hochschule Osnabrück, Fakultät für Ingenieurwissenschaften und Informatik. Hierbei handelt es sich um die Dauerleihgabe eines 3D-Druckers. In verschiedenen Workshops zu Kunststoffen führten die Referenten der Hochschule Osnabrück Henning Korte, M.Sc. und Raoul Houchangnia, B. Sc. am MINT-Tag mehrere MINT-Profilkurse und auch Kolleginnen und Kollegen in die Planung und Nutzung des 3D-Drucks ein. Das Marianum freut sich sehr über diese großzügige Dauerleihgabe und bedankt sich sehr herzlich bei der Hochschule Osnabrück.

Ein weiteres Highlight des MINT-Tags am Marianum bildeten die „Stationen-Lernen“-Projekte zur Informatik und zum Thema „Sprudelgas und Luft“, welche von den zwei MINT-Profilkursen des Jahrgangs 10 von Herrn Voss und Herrn Kossen geplant, vorbereitet und durchgeführt wurden. Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Stationen-Lernens waren alle Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 5.

Nach Abschluss dieses gelungenen MINT-Tags werde der Blick laut MINT-Koordinator Ansgar Kossen nun schon auf die Planungen des MINT-Tags im nächsten Jahr gelegt: „Nach dem MINT-Tag ist vor dem MINT-Tag.“

Auch die Medien berichteten über den MINT-Tag am Marianum:

Der Meppener

Was los in Meppen


 
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