Erasmus+ bringt Energie ins Spiel – von Dänemark bis ins Emsland
Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart – alles an drei Tagen
Von S. Schnaider, 14.10.2026
24 dänische und 27 deutsche Schüler:innen, drei volle Projekttage, jede Menge Experimente und Exkursionen – und am Ende ziemlich müde Heimreisende: Der Rückbesuch unserer dänischen Projektpartner brachte ordentlich Bewegung in die zweite Runde unserer „Kleinen MINT-Akademie“.
Im April waren unsere Elftklässler:innen nach Dänemark gereist und hatten dort gemeinsam mit ihren Partner:innen rund um Energie und Energiewende gearbeitet: Brennstoffzellen trieben Modell-Wasserstoffautos an, Solarzellen wurden untersucht und in Kopenhagen ging es unter anderem zum CopenHill, ins Experimentarium und auf den Rundetårn. Nun war es Zeit für die zweite Runde - diesmal bei uns, wieder begleitet von Frau Schnaider und Herrn Kossen.
Los ging es mit Energizern – schließlich sollten sich die Gruppen wieder mischen und besser kennenlernen. Danach wurde es fachlicher: Wiederholung, Ausblick, Zahlen, Fakten und chemische Formeln brachten alle auf denselben Stand und stimmten auf die kommenden Projekttage ein.
Nachmittags ging es raus in die Stadt: In gemischten deutsch-dänischen Teams machten sich die Schüler:innen auf die Suche nach besonderen Orten und Landmarks. Die Herausforderung: Naturwissenschaftliche Phänomene entdecken, mit den jeweiligen Orten verbinden und dabei möglichst originelle Fotos produzieren. Wind- und Wasserkraft standen dabei besonders im Fokus.
Am zweiten Tag führte die Reise ins Ruhrgebiet – zum Max-Planck-Institut nach Mülheim. Dort drehte sich alles um Energy Conversion und neue Wege der Energiespeicherung.
Den perfekten Einstieg lieferte Dr. Andreas Vorholt mit seinem Experimentalvortrag Energy-Jam. Viel Bewegung, spektakuläre Experimente und jede Menge naturwissenschaftliche AHA-Momente machten schnell klar: Wissenschaft muss nicht trocken sein!
Anschließend ging es in deutsch-dänischen Kleingruppen auf Labortour. An verschiedenen Stationen wurde experimentiert und geforscht. Und ja: Im Max-Planck-Institut selbst experimentieren zu dürfen, ist definitiv keine alltägliche Schulveranstaltung!
Danach wechselte die Perspektive: Auf dem Gelände der Zeche Zollverein ging es zurück in die jüngere Energiegeschichte – zur Kohle, die über Jahrzehnte das Ruhrgebiet und die deutsche Industrie geprägt hat.
Am letzten Projekttag stand wieder das Emsland auf dem Programm. Im Naturpark Hümmling besuchte die Gruppe unter anderem die Hy2gen Atlantis eGas-Anlage in Werlte, eine Biogasanlage sowie Solar- und Windkraftanlagen.
Damit war die ganze Bandbreite der Projekttage sichtbar: von der Kohle als Energieträger der Vergangenheit über heutige Formen erneuerbarer Energie bis hin zu Technologien, die an der Energieversorgung der Zukunft arbeiten.
Und zwischendurch wurde natürlich fleißig gefilmt. Denn ein weiteres Ziel des Erasmus+-Projekts war es, aus den Exkursionen, eigenen Fotos und Videos sowie kreativen Ideen kurze Projektvideos zu produzieren. Wissenschaft verstehen, gemeinsam arbeiten, kreativ werden – und das Ganze am Ende auch noch überzeugend präsentieren: Die Teams hatten einiges zu tun!
Und dann: Grill an! Zum Abschluss wurden die Videos präsentiert und die besten Fotos des ersten Projekttages ausgezeichnet. Danach durfte der naturwissenschaftliche Forscherdrang für einen langen Moment ruhen: Beim gemeinsamen Grillen vor der Cafeteria im neuen CampusCafé war Zeit für Gespräche und gemütliches Beisammensein.
Eine intensive Woche ging damit zu Ende. Intensiv nicht nur wegen des Programms, sondern auch wegen der vielen Begegnungen: Deutsch und Dänisch, MINT und Erasmus+, Forschung und Geschichte, Arbeit und Freizeit – so soll es sein.
Und die Energie? Die war am Freitagmorgen ziemlich aufgebraucht. Auf der Rückfahrt nach Dänemark dürften die 24 Gäste jedenfalls einiges an Schlaf nachgeholt haben.
Was bleibt: Viele neue Eindrücke, spannende naturwissenschaftliche Erfahrungen und vor allem internationale Kontakte, aus denen vielleicht mehr werden kann. Denn wenn diese „Kleine MINT-Akademie“ eines gezeigt hat, dann dies: Energie lässt sich nicht nur umwandeln – sie kann auch Menschen und Länder miteinander verbinden. Erasmus+ macht's möglich.









