G E M E I N S C H A F T       L E B E N       L E R N E N

Unterricht am Marianum

 

Das Fach Französisch

Von M. Rensen

Französisch in der Welt – Liberté, Egalité, Lingua franca

Parlez-vous français? Französisch ist wie Englisch eine Weltsprache und mit Englisch zusammen die einzige Sprache, die auf allen fünf Kontinenten gesprochen wird. Der französische Sprachraum (die Frankophonie) umfasst Staaten, in denen Französisch offizielle Sprache ist, Staaten, in denen Französisch Muttersprache ist, und Staaten, in denen Französisch gelehrt wird. Große internationale Organisationen wie die UNO, die NATO, die OECD, die EU und der Europarat nutzen Französisch ebenfalls als offizielle Sprache und Arbeitssprache. Für uns Deutsche hat Französisch aber darüber hinaus auch eine besondere Bedeutung als europäische Nachbarsprache, bedenkt man, dass Frankreich, Belgien, Luxemburg und die Schweiz ganz oder doch zumindest teilweise französischsprachig sind. Insgesamt sprechen etwa 220 Millionen Menschen Französisch (darunter etwa 115 Millionen Muttersprachler) in insgesamt 57 Mitgliedsstaaten der Frankophonie. Französisch spielt in den verschiedensten Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens eine tragende Rolle und ist aus Wirtschaft, Politik und Kultur nicht wegzudenken. Bei den auf dem Arbeitsmarkt geforderten Fremdsprachen steht Französisch an zweiter Stelle.

Französischlernen heute – der Sprachenlerner im Mittelpunkt

In einer globalisierten Welt sind individuelle Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kompetenz eine selbstverständliche Forderung. Wer Französisch lernt, legt aber auch die Grundlagen für den Erwerb weiterer romanischer Sprachen und erweitert gleichzeitig die Kompetenzen in der ersten Fremdsprache. Im Zentrum des Französischunterrichts, der in der Zielsprache abläuft, steht der Sprachenlerner. Er soll die kommunikativen Teilkompetenzen Lesen und Hören (als rezeptive Kompetenzen) sowie Sprechen und Schreiben (als produktive Kompetenzen) ergänzt durch Sprachmittlung in authentischen Lernsituationen sukzessive auf- und ausbauen, um zunehmend selbstständig mit der Sprache umgehen zu lernen. Der Einsatz verschiedenster Medien und Methoden und die Entwicklung entsprechender Kompetenzen haben ihren festen Platz beim Erlernen von Französisch. Dies gilt auch für den Einsatz außerschulischer Lernorte und –angebote (Frankreichaustausche, Cinéfête, FranceMobil, DELF, …). Grundlage des Französischunterrichts sind die staatlichen Kerncurricula und Bildungsstandards, die sich am 'Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen' des Europarats orientieren. Auf dieser Grundlage wurde der schuleigene Arbeitsplan entwickelt.

Übergang von der 1. zur 2. und von der 2. zur 3. Fremdsprache – zunehmend einfacher

Im 5. Schuljahr entscheiden sich die Schüler am Marianum bereits für die zweite Fremdsprache (Französisch oder Latein) und im 7. Schuljahr gibt es noch einmal die Möglichkeit, sich für die noch nicht angewählte Fremdsprache als dritte Fremdsprache zu entscheiden. Gearbeitet wird mit der Série jaune und dem Cours intensif von Découvertes (Klett). Wer das Lernen einer Fremdsprache einmal verinnerlicht hat, wird bei den jeweiligen Übergängen kaum Probleme haben. Je mehr Wissen bezüglich der verschiedenen Fremdsprachen vorhanden ist, umso leichter fällt es, eine weitere Fremdsprache zu lernen. Vieles kommt den Lernenden bekannt vor; vor allem im Bereich des Wortschatzes gibt es zahlreiche Überschneidungen. Aber auch hinsichtlich der Grammatik fallen sich ähnelnde Sprachstrukturen auf. Sollte es dennoch einmal schwierig werden, kann der Schüler von den Förderangeboten der Schule Gebrauch machen.

Außerschulische Lernorte und –angebote – für jeden etwas dabei

Frankreichaustausche und Briefpartnerschaften

Seit 1983 besteht ein jährlich stattfindender Frankreichaustausch mit unserer Partnerschule St. Joseph du Loquidy in Nantes, nahe der Atlantikküste. Eine Gruppe französischer Schüler kommt in aller Regel zunächst für 10 Tage nach Meppen, bevor dann der Gegenbesuch in Frankreich erfolgt. An jedem Austausch nehmen etwa 30-40 Schüler teil, die jeweils in Gastfamilien untergebracht sind. Das Programm besteht aus der Teilnahme am Unterricht der jeweiligen Schule, aus Gruppenarbeit zu einem zuvor festgelegten Arbeitsthema, aus Tagesausflügen, Empfängen und natürlich Zeiten in den Familien und mit dem Briefpartner. Bereits im 8. Schuljahr werden erste Briefpartnerschaften vermittelt, aus denen dann oft später die Teilnehmer am Frankreichaustausch hervorgehen. Neben dem Gruppenaustausch hat es immer auch Individualaustausche gegeben, entweder organisiert durch das Brigitte-Sauzay-Programm oder aufgrund von privater Initiative, und immer begleitet vom Marianum. Im Schuljahr 2015/16 haben die Schulleiter des Loquidy (Herr Rousset) und des Marianum (Herr Pott) eine Vereinbarung geschlossen, durch die Individualaustausche von 1-3 Monaten Dauer besonders gefördert werden sollen.v

Studienfahrten

Neben den Austauschen werden auch in der Oberstufe im Rahmen des Fachs Französisch Studienfahrten am Marianum angeboten. Diese dauern meist eine Woche und haben in der Regel einen kulturhistorischen und landeskundlichen Schwerpunkt. In den vergangenen Jahren waren die Paris und die Provence beliebte und äußerst lohnende Ziele von Studienfahrten. Die Auswahl des jeweiligen Zielortes orientiert sich an den in den jeweiligen Kursen auf erhöhtem Niveau zu behandelnden Themen bzw. sie konzentriert sich auf Orte von allgemeinem kulturhistorischem und landeskundlichem Interesse.

Cinéfête

Ungefähr 120 beteiligte Kinos in mehr als 100 Orten in ganz Deutschland nehmen an der Cinéfête teil. Bei der Cinéfête handelt es sich um ein französisches Jugendfilmfestival, das jährlich mit rund 10 aktuellen französischsprachigen Jugendfilmen in Originalsprache mit deutschen Untertiteln auf Tournee geht. Angesprochen sind vor allem Schulklassen, die Französisch lernen. Sie sollen mit dem französischen Kino vertraut werden. Zur Vor- und Nachbereitung stellt das Institut français, das die Cinéfête ausrichtet, pädagogische Dossiers zu allen Filmen zur Verfügung. Die Cinéfête gibt es seit dem Jahr 2000. Sie wird regelmäßig auch vom Meppener Kino angeboten und gerne vom Marianum genutzt.v

FranceMobil

Wiederum im Auftrag des Institut français ist das FranceMobil unterwegs. Hierbei handelt es sich um eine Art mobiler Französischschule, die Appetit auf Französisch machen soll und dies seit 2002 auch sehr erfolgreich tut. Jedes Jahr besuchen insgesamt 12 junge Franzosen auf Einladung der Schulen deren Schüler vor Ort, um durch verschiedene Aktivitäten zu zeigen, wie spannend, jung und dynamisch Frankreich ist. Sie haben Spiele, Musik, Bücher, Jugendzeitschriften und touristische Broschüren aus Frankreich dabei und vermitteln ausgewählten Schülergruppen einen Vormittag lang ein aktuelles Bild Frankreichs und der französischen Sprache. Auch am Marianum ist das FranceMobil regelmäßig zu Gast.

DELF

DELF steht für Diplôme d’Etudes en langue française und ist ein französisches Sprachzertifikat, das seinen erfolgreichen Absolventen Sprachkenntnisse auf den Niveaustufen A1 bis C2 des 'Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens' bestätigt, ja nach Leistungsstand und gewähltem Niveau. Das Diplom trägt das Siegel des Ministère de l'Education Nationale und ist ein Leben lang gültig. Die Vorbereitung darauf findet seit 2001 auch am Marianum statt. Der schriftliche Teil der Prüfung kann am Marianum abgelegt werden, der mündliche an der VHS, die muttersprachliche Prüfer vorhält. Das Zertifikat bestätigt unabhängig von der Schule französische Sprachkenntnisse und wird von vielen Universitäten und Arbeitgebern bereits als zusätzlicher Sprachnachweis erwartet. Am Marianum haben schon über 1500 Schüler ein solches Zertifikat erworben. Weitere Informationen zu DELF.

Besondere Highlights

Die Fachgruppe versucht, den Lernern der französischen Sprache in regelmäßigen Abständen besondere Highlights zu bieten. Das kann ein Chansonabend sein oder auch – wie im Sommer 2016 – eine Vernissage mit Schüler- und Profiarbeiten aus dem Bereich 'Comics'. Hierdurch sollen die Schüler des Marianum ermutigt werden, ein großes Spektrum an Ausdrucksformen des Französischen aktiv zu nutzen und mitzugestalten, auch über den Unterricht hinaus.

 
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