Latein - Info II |
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I. Latein ist die Sprache der Naturwissenschaften
Heute nicht weniger als früher - für Tausende von Neuprägungen in Forschung und Technik verwendet
man auch heute lateinische Begriffe. Mediziner, Apotheker, Biologen, Chemiker, Techniker -
sie alle brauchen Latein, denn das internationale Vokabular der Wissenschaft ist lateinischer Herkunft.
Aus diesem Grund verlangen übrigens auch viele Studiengänge den Nachweis lateinischer Sprachkenntnisse,
das so genannte Latinum.
II. Latein ist Schlüssel zum Verstehen des Alltags
Nur mit Lateinkenntnissen weiß man, woher z.B.
unsere Monate ihre Namen haben, kann man viele Autonamen (z.B. Audi, Volvo, Phaeton), Schleckereien (z.B.
Mars, Magnum), die Zaubersprüche von Harry Potter (z.B. Immobilis, Densaugeo, Incendio) etc. verstehen,
kann man unseren eigenen Namen eine Bedeutung geben (z.B. Felix, Clemens, Beate, Cornelia, Julia, Antonius).
Latein lehrt Verstehen im Alltag.
III. Latein ist die Sprache der Geisteswissenschaften
Nicht nur Geschichte oder Philosophie oder die Rechtswissenschaften, Latein bietet als ehemalige "Weltsprache"
auch das sprachliche Fundament für das Erlernen romanischer Sprachen: Französisch, Italienisch, Spanisch oder
Portugiesisch stellen kein Problem mehr dar. Übrigens: Auch das Englische führt etwa 60 % seiner Wörter auf das
Lateinische zurück. Zum Studium dieser Sprachen braucht man dementsprechend in der Regel das Latinum.
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Latein porta visitare flos
annus libertas novus admirari |
Französisch porte visiter fleur an / année liberté nouveau admirer |
Spanisch puerta visitar flor aņo libertad nuevo admirar |
Italienisch porta visitare fiore anno libertà nuovo ammirare |
Englisch portal to visit flower annual liberty new to admire |
Latein formte auch einen Teil der deutschen Sprache: Fenster oder Mauer, Markt oder Münze, Spiegel oder Wein,
Straße oder Schiff, Vorurteil oder Widerspruch sind Beispiele für Lehnwörter, an deren Ursprung wir kaum einmal
denken. Die Fremdwörter sprechen für sich: Information, Republik, Subventionen, Agrarstruktur, Provokation, Kultur
- wer Latein kann, lernt viel über die deutsche Sprache.
IV. Latein lehrt Denken
Nicht nur Latein, aber Latein in besonderer
Weise! Moderne Sprachen sind anders als Latein - bei ihnen geht es um Kommunikation. Bei Latein dagegen stellt
jeder Satz, jedes Wort eine Denkaufgabe dar; man muss genau beobachten, sauber analysieren, logisch denken,
konzentriert Lösungen abwägen, kritisch Teile zusammenfügen, geduldig Fakten ordnen. Durch das systematische
Herangehen wird nicht nur das Bewusstsein für Sprache geschärft, sondern es ist auch ein Trainingsfeld jeder
Wissenschaft, vorbereitende Wissenschaftsschule. Es ist dabei die rationellste, ökonomischste Vorbereitung für
jede wissenschaftliche Betätigung, da es Lernen mit System lehrt. Es legt nicht fachwissenschaftliche
Sonderausbildungen fest: Latein öffnet Wege zu jeder wissenschaftlichen Ausbildung, indem es ein geistiges
Training leistet: Abstraktionsfähigkeit, Entwicklung logischer Fähigkeiten, Erziehung zu rationaler Analyse und
Durchhaltevermögen.
V. Latein lehrt Modelle des Verhaltens und gibt Orientierungshilfen
Die Fragen, die sich Menschen stellen, sind seit Tausenden von Jahren dieselben: Liebe und Hass, Krieg und
Frieden, Anpassung und Widerstand, Freiheit und Schicksal, Hoffnung und Verzweiflung, Leben und Tod. Davon
sprechen römische Autoren, die viel über diese Fragen nachdachten. Wir lesen sie und diskutieren darüber, um
ihre und um unsere Welt besser zu verstehen. Latein gibt Orientierungshilfen und unterstützt, durch tieferes
Wissen ein objektiveres Bild von der Welt zu erhalten.
Hier gehts weiter :
Latein - Info Teil 3
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