
Französisch gehört neben Englisch und Spanisch zu den großen internationalen
Sprachen:
Es wird in 47 Staaten auf der Welt von 400 Millionen Menschen gesprochen. In 35 Staaten ist es Amts- oder Verkehrssprache.
Daneben ist Französisch eine der offiziellen Sprachen und Arbeitssprachen der großen internationalen Organisationen wie der UNO, der NATO, der OECD, der EU, des Europarates etc. Durch die Sprache können Brücken des Verstehens geschlagen werden, eine unabdingbare Voraussetzung für den Frieden in der Welt.
Für uns Deutsche hat Französisch aber darüber hinaus auch eine besondere Bedeutung als europäische Nachbarsprache, bedenkt man, dass Frankreich, Belgien, Luxemburg und die Schweiz ganz oder doch zumindest teilweise französischsprachig sind.
Wie bereits angedeutet, spielt Französisch in den verschiedensten Bereichen
des öffentlichen und privaten Lebens eine tragende Rolle:
Frankreich ist die viertgrößte Wirtschaftsmacht der Welt und Deutschlands wichtigster Wirtschaftspartner. Ohne die Zusammenarbeit Frankreichs und Deutschlands wäre Europa heute nicht das, was es ist.
Kommunikationsfähigkeit in mindestens zwei modernen Fremdsprachen ist Voraussetzung dafür, dass auch der Einzelne im zukünftigen Europa seine berufliche Position ausbauen und festigen kann; denn: Mehrsprachigkeit ist eine Schlüsselqualifikation für Wettbewerbsfähigkeit und berufliche Mobilität. Dem Französischen kommt dabei nicht zuletzt deshalb eine besondere Bedeutung zu, weil das Erlernen des Französischen den Erwerb anderer, insbesondere weiterer romanischer Sprachen (wie Spanisch und Italienisch) erleichtert.
Doch auch schon auf dem Weg dahin über Berufsausbildung und/oder Studium führt kaum ein Weg an Französisch vorbei. Besonders an Führungskräfte steigen nicht nur die Ansprüche an fachlicher, sondern auch an sprachlich-kultureller Kompetenz. (Übrigens: AbiturientInnen mit abgeschlossenem Leistungskurs Französisch können ohne die sonst obligatorische Sprachaufnahmeprüfung unverzüglich an französischen Universitäten ein Studium aufnehmen.)
Französisch ist eine Bildungssprache par excellence und ermöglicht den Zugang zu einzigartigen literarischen Werken sowie zu Philosophie, Theater, Film und bildender Kunst weit über die Grenzen Frankreichs hinaus. Schließlich ist auch der private Nutzen mit Blick auf das attraktive Kultur- und Ferienland Frankreich und andere französischsprachige Länder nicht zu vernachlässigen.
Angesichts einer wachsenden Globalisierung der Lebens- und Wirtschaftsräume ist das
oberste Ziel des Französischunterrichts die interkulturelle Handlungsfähigkeit, d.h. im
Einzelnen:
Die Schülerinnen und Schüler sollen innerhalb und außerhalb der Schule sprachlich handlungsfähig sein.
Sie sollen ein Bewusstsein für Sprache und sprachliche Kommunikation entwickeln.
Sie sollen erkennen, dass Haltungen und Einstellungen vielfach kulturell geprägt sind und dass ihnen mit Offenheit und Toleranz sowie einer kritischen Haltung der eigenen Kultur gegenüber begegnet werden sollte.
Sie sollen sachgerecht und kritisch mit Texten und Medien umgehen lernen.
Sie sollen in der Lage sein, ihre Lernprozesse über die Beherrschung von Techniken des selbstständigen und kooperativen Arbeitens zunehmend eigenständig zu gestalten.
Lernziele und Unterrichtsinhalte für die Lehrplaneinheit 6:
Die Schülerinnen und Schüler werden in die Lage versetzt, in Ansätzen eigene kommunikative Absichten zu verwirklichen. Im Zentrum des Französischunterrichts im ersten Lernjahr steht das lernende Ich, um das sich sein näheres und weiteres Umfeld gruppiert - von der eigenen Familie bis hin zu dem eigenen Land als Ausgangskultur und der frankophonen Welt als Zielkultur. Im Französischunterricht werden Redemittel zur Verfügung gestellt, die die Schülerinnen und Schüler vor allem dazu befähigen,
sprachliche Kontakte (mündlich wie schriftlich) zu beginnen, fortzuführen und zu beenden,
Informationen zu erfragen / zu geben,
eigene Gefühle, Vorstellungen und Wünsche zu artikulieren,
ihren Willen zu äußern und
Stellung zu nehmen.
Die oben genannten Lernziele und Unterrichtsinhalte werden bis zum 10. Schuljahr
anhand des modernen Lehrbuchs Découvertes - Série verte vermittelt. Die fünf Bände des Lehrwerks
zeichnen sich aus durch landeskundliche Aktualität, schülerorientierte, systematische Wissensvermittlung,
interkulturelle Schwerpunktsetzungen und systematische Lernförderung durch die Vermittlung praktischer Lern-
und Arbeitstechniken. Am Ende der Klasse 10 sind die Schülerinnen und Schüler in der Lage, sich relativ flüssig
mit Franzosen zu verständigen und ihre Kenntnisse auch in der Oberstufe erfolgreich auszubauen.
Der Französischunterricht kann verglichen werden
mit dem Englischunterricht: Wie im Englischen wird von Anfang an viel gesprochen, die Sprache wird gehört,
nachgesprochen, umgeformt. Alltägliche Lebenssituationen werden simuliert, so dass die Sprachaneignung
durch aktives Sich-Mitteilen erfolgt.
Doch auch im Französischen geht es nicht ohne das Lernen von Vokabeln und grammatischen Regeln.
Genaues Denken und Arbeiten werden kontinuierlich geschult. Damit einher geht die Förderung des
logischen Denkens und des Erfassens logischer Strukturen.
Der Vorteil des französischen Vokabulars
ist, dass gleichzeitig viele deutsche Fremdwörter gelernt werden,
weil sie im Französischen Alltagswörter sind.
Außerdem werden die Schülerinnen und Schüler immer
wieder französische Wörter entdecken, deren Bedeutung sie vom
Englischen ableiten können und umgekehrt. Aufgrund der Aussprache
und der systematischen Grammatik lässt sich
auch die Schreibweise klar erschließen.
Gelernt wird am Marianum jedoch auch über den seit nunmehr zwanzig Jahren
bestehenden Austausch mit dem Lycée Le Loquidy in Nantes. Bereits im 8. Schuljahr werden Briefpartnerschaften
geknüpft, deren Höhepunkt dann in Klasse 10 der Besuch der Franzosen in Meppen und der Gegenbesuch der Deutschen in
Nantes ist. Durch diesen Austausch entstehen häufig Freundschaften, die lange über die Schulzeit hinaus Bestand haben.
Daneben besteht auch in einem Leistungskurs Französisch ggf. noch einmal die Gelegenheit, seine Französischkenntnisse
im Rahmen einer Kursfahrt nach Frankreich zu erproben und zu erweitern.
Schließlich gibt es noch das
DELF
(Diplôme d'Etudes en Langue Française),
das einzige national und international anerkannte Sprachdiplom für Französisch als Fremdsprache. Es handelt
sich dabei um eine freiwillige Sprachprüfung, die am Marianum vorbereitet ab Klasse 8 bzw. Klasse 9 abgelegt werden
kann. Das vom französischen Kultusministerium ausgestellte Diplom
besteht aus einzelnen Einheiten, die
weltweit und unbegrenzt gültig sind. Sie werden von Handel und
Industrie anerkannt, so dass Schülerinnen und
Schülern schon während der Schulzeit eine weitere
Möglichkeit gegeben ist, ihre Berufsaussichten zu verbessern.
Darüber hinaus werden die DELF-Diplome von Universitäten auch
als Sprachnachweis für verschiedene Studiengänge akzeptiert.
Zusammenfassend lässt sich für Französisch ab Klasse 6 sagen:
Die Lernziele (s.o.) sind umfassend und ihre Umsetzung
erfordert Zeit. Deshalb empfiehlt es sich, mit dem Erlernen der französischen Sprache möglichst schon in Klasse 6
zu beginnen. Nicht nur, weil lernpsychologisch und sprachmotorisch ein früher Sprachbeginn für eine lebende
Fremdsprache vorteilhaft ist, sondern auch, weil man später in Beruf und Studium kaum Zeit für gründliches
Sprachenlernen hat. Und: Je länger eine Sprache praktiziert wird, desto besser wird sie in der Regel auch beherrscht.
Alternativ kann Französisch ab Klasse 7 gewählt werden, womit
dann gleichzeitig eine Entscheidung für das sprachliche
Profil verbunden ist.
Es passiert - vereinzelt - immer wieder, dass Schülerinnen und Schüler
aus den Klassen 8 und 9 auf die Realschule wechseln möchten. Das ist mit Französisch als zweiter Fremdsprache
sicherlich leichter, weil Französisch dort auch als zweite Fremdsprache angeboten wird.
Alles in allem gilt: Sprache ist immer auch Mitsprache. Wer sprachlos ist, kann häufig auch nicht aktiv dabei sein, ist außen vor - im Kleinen (z.B. hinsichtlich seiner Berufsaussichten) wie im Großen (z.B. bei wichtigen Entscheidungen in Politik und Wirtschaft). Wer nicht sprachlos sein will, sollte daher so früh wie möglich Fremdsprachen lernen. Und Französisch ist nach Englisch ein guter zweiter Schritt auf dem Weg in eine immer stärker globalisierte Zukunft! In diesem Sinne bleibt nur noch zu fragen:
Tu es prêt pour l'avenir? - Bist du bereit für die Zukunft?Sollten es noch Nachfragen geben, so sind die Lehrkräfte des Faches Französisch gern zu Auskunft bereit: F. Deters-Fitzner, H. Geelen, F. Höning, H. Kikker, F. Korte, F. Rensen, F. Strüwer-Fuest, H. Többe, F. Weymann, Frau Kannegießer, Frau Sander, Frau Smoor.