Gymnasium Marianum
Meppen
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Facharbeiten

A. Geelen berichtet hier über seine Erfahrungen mit der Erstellung von Facharbeiten im Rahmen der Agenda 21.


 


Die Bund-Länder-Kommission hat die Arbeit der Fachgruppe als "vorzeigewürdiges Unterrichtsprojekt" empfohlen.

Facharbeitensammlung des Seminarfaches "Leben und nachhaltiges Handeln im Nahraum"

 

Ein Unterrichtsprojekt zur Nachahmung empfohlen!

Von Achim-M. Geelen (März 2007)
Das hier vorgestellte Projekt ist nunmehr schon seit sieben Schuljahren ein fester und erfolgreicher Bestandteil im Oberstufenunterricht am Gymnasium Marianum in Meppen. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten Themen, die auf lokaler bzw. regionaler Ebene angesiedelt und im Rahmen der Lokalen Agenda 21 im Sinne nachhaltigen Lernens von wesentlicher Bedeutung sind. Hier liegt schon der erste Beweggrund für die Themenstellung:

Es geht darum, dass aktuelle und gegebenenfalls sogar brisante Fragestellungen bezüglich der Stadt/Kommune oder des Landkreises aufgegriffen und dann in einer Facharbeit eingehend beleuchtet, genauestens dargestellt sowie bewertet werden. Somit haben diese Arbeiten einen Realitätsbezug mit hohem Aktualitätsgrad, was die Schülerinnen und Schüler umso mehr dazu anspornt, vertiefte Ergebnisse zu erbringen. Das heißt, sie bearbeiten keine "trockenen Themen", die nach Abschluss und Korrektur dann auf Nimmerwiedersehen in einer Schublade oder einem Karton im Archiv verschwinden, sondern sie tragen auf lokaler bzw. regionaler Ebene mit ihren Facharbeiten dazu bei, dass in gewissem Sinne die Meinung junger und engagierter Bürger in Entscheidungen der Stadt oder des Landkreises mit einfließt! ( = grundlegendes Anliegen der Lokalen Agenda 21: Global denken - lokal handeln!)

Da nun einmal in der Kursstufe der niedersächsischen Gymnasien von den Schülerinnen und Schülern die Erstellung einer Facharbeit verlangt wird, nutzen wir das neue Seminarfach unter anderem als Plattform für das Erstellen von Facharbeiten mit regionalem Bezug.

Die Facharbeit dient dazu, dass die Schülerin bzw. der Schüler auf der Grundlage des selbstständigen und selbstverantworteten Arbeitens und Lernens zu einer wissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweise hingeführt wird. Unter einer fest umrissenen Themenstellung wird die systematische Beschäftigung mit wesentlichen, die Komplexität der jeweiligen Thematik verdeutlichenden Fragestellungen, Inhalten, Theorien, Modellen und Methoden gefordert; somit dient diese wissenschaftspropädeutische Arbeit beispielhaft der Vorbereitung auf Studium und/oder Beruf.

In der Planungsphase wird ein Katalog von Themen erstellt, die derzeit auf regionaler Ebene interessant erscheinen. In der darauffolgenden Einleitungsphase werden die Schülerinnen und Schüler über das Anliegen der Lokalen Agenda 21 im Sinne von Nachhaltigkeit informiert.

Nachdem die Schülerinnen und Schüler nun für das übergeordnete Leitthema sensibilisiert und motiviert sind, wird der formale Teil der Facharbeiten mit den Schülerinnen und Schülern besprochen (Anlage des Titelblattes, Zeichengröße, Zeilenabstand, Randbreite, Einbinden von Abbildungen und Tabellen, Seitenanzahl, Literaturverzeichnis, etc. sowie die Erklärungen zur eigenständigen Anfertigung und Veröffentlichung über die interne Schulgemeinde hinaus). Daraufhin erfolgt dann die Vergabe der einzelnen Facharbeitsthemen. Am gleichen Tag beginnt dann auch für alle Schülerinnen und Schüler die Arbeitsphase von sechs Wochen. Innerhalb dieser sechs Wochen stehen verschiedene Fachkollegen jederzeit zur Verfügung, um helfend bzw. unterstützend mitwirken zu können, insbesondere bei eventuellen Fragen oder Schwierigkeiten im Rahmen der Kontaktaufnahme mit Behörden, Ämtern, Firmen oder dergleichen.

Nach Ablauf der ersten vierzehn Tage hat jede Schülerin bzw. jeder Schüler ein möglichst vollständiges Konzept vorzulegen, damit ein reibungsloser Ablauf der Arbeitsphase gewährleistet ist bzw. unlösbare Probleme bei der Bearbeitung (die extern verursacht sind) weitgehend ausgeschlossen werden können. Insgesamt wird die gesamte Arbeitsphase dahingehend überwacht, dass jede Schülerin bzw. jeder Schüler jederzeit Auskunft über den Fortschritt ihrer/seiner Arbeit berichten kann. Nach Ablauf der sechswöchigen Arbeitsphase geben alle Schülerinnen und Schüler ihre Arbeit in zweifacher Ausfertigung (inklusive Material, Internetausdrucken etc.) ab; eine Ausfertigung ist als Korrekturexemplar erforderlich, die Zweite (zusätzlich auf Datenträger) dient als Druckvorlage für die Veröffentlichung in einem Sammelband bzw. als PDF-Datei auf einer CD.

Die Korrektur der einzelnen Facharbeiten erfolgt nach den vorgegebenen Mustern und Strukturen (formale Anlage, methodische Durchführung und inhaltliche Bewältigung).

Der besondere Reiz einer derartigen Facharbeitensammlung liegt darin, dass die Facharbeiten in unkorrigierter Form in einem Sammelband gemeinsam von Schule, Stadt und Landkreis veröffentlicht werden. Unkorrigiert insofern, als der Eindruck von Schülerarbeiten nicht verfälscht werden und deren Authentizität bewahrt bleiben soll. Die Schülerinnen und Schüler erfüllen somit nicht nur ein schulisches Muss, sondern erfahren wie ihre Arbeit dazu beiträgt, dass das schulische Arbeiten über das interne Schulleben hinaus publik gemacht wird und gegebenenfalls sogar Planungs- und Entscheidungsprozesse auf kommunaler oder regionaler Ebene beeinflusst werden. Somit hinterlässt das Facharbeitenprojekt bei den Schülerinnen und Schülern durchaus nachhaltige und dauerhafte Spuren, was mit Sicherheit zur Entwicklung eines mündigen und verantwortungsbewussten Bürgers beitragen wird.

Abgerundet wird unser Projekt alljährlich im Rahmen einer kleinen Feierstunde, zu der alle Beteiligten und ggf. Vertreter der Wirtschaft und Verwaltung geladen sind. Die neue Facharbeitensammlung wird dann von dem jeweiligen Kursleiter sowie einer Persönlichkeit der Stadt und/oder des Landkreises im Beisein der Presse vorgestellt.

Die bisher mehr als positive Resonanz in der Öffentlichkeit (sowohl Privatpersonen als auch Vertreter von Behörden, Ämtern, Wirtschaftsunternehmen, etc.) sowie ein persönliches Anerkennungsschreiben von dem damaligen Umweltminister Wolfgang Jüttner oder auch die bisherigen Auszeichnungen "Umweltpreis der Niedersächsischen Umweltstiftung 2002" (2.Platz), "Umweltschule in Europa" (2003 und 2005), die Empfehlung der Bund-Länder-Kommission (BLK Programm Transfer-21) als "vorzeigewürdiges Unterrichtsprojekt" sowie auch die Erlaubnis der Deutschen UNESCO-Kommission vom 27. März 2006, die letztjährige sowie vom 26. März 2007 auch die diesjährige Facharbeitensammlung als Beitrag zur UN-Dekade "Bildung für eine nachhaltige Entwick-lung" mit dem Dekade-Logo zu kennzeichnen, zeigen eindeutig den Stellenwert, den ein derartiges Projekt mit dem Ziel einer nachhaltigen Bildung einnehmen kann. Die diesbezüglich gemachten Erfahrungen und nicht zuletzt das Interesse und Engagement der Schülerinnen und Schüler bestärken uns immer wieder erneut das bisher erfolgreiche Projekt fortzuschreiben, was die bisherige Dauer (seit dem Schuljahr 2000/2001) schließlich auch belegt. Da die Durchführung in der bisherigen Form (Facharbeit im Leistungskurs Erdkunde) jedoch nicht mehr möglich ist, die Facharbeit wird seit dem Schuljahr 2006/2007 nicht mehr einzelnen Leistungsfächern zugeordnet, haben wir einen Weg gefunden, das Thema "Lokale Agenda-21" bzw. "Nachhaltigkeit" im Rahmen des neu eingerichteten Seminarfaches als Angebot zu etablieren.

Damit wurde ein breiteres, fächerübergreifendes Themenspektrum ermöglicht, wie die diesjährigen Facharbeitsthemen auch zeigen. Mein besonderer Dank gilt Frau Eva Klinger, Frau Regina Wilkens, Herrn Jürgen Klinger, Herrn Hans-Herbert Stübig, Herrn Uli Weßling und Herrn Arnold Weymann, die sich gerne bereit erklärt haben, einzelne Schülerinnen und Schüler während der Erstellungsphase der Facharbeit zu betreuen und darüber hinaus diese fachspezifischen Arbeiten auch zu korrigieren; ebenso Herrn Michael Bradtke, der die Zusammenstellung auf CD vorgenommen hat.