Gymnasium Marianum
Meppen
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Taizé



Eine Woche in Taizé

 
Von Viktoria Bolmer und Nadine Schöttmer
Am Samstagmorgen um 7:30 standen wir also am Bahnhof in Meppen, mehr oder weniger enthusiastisch und wach, aber bereit, neue Erfahrungen zu machen und Kirche mal von einer anderen Seite kennenzulernen. Unsere Zugfahrt verlief reibungslos, ebenso der Bustransfer nach Taizé. Am Ende der Reise wurde uns jedoch bewusst, dass dies nicht der Normalfall war, aber dazu später mehr.

Taizé ist ein Ort in Burgund (Frankreich), in dem Frère Roger Schutz 1949 den ökumenischen Orden der Brüder von Taizé gründete. An dieser „Gemeinschaft von Taizé“ nehmen jedes Jahr über 200.000 Menschen aus verschiedenen Nationen und vor allem mit den unterschiedlichsten Glaubensrichtungen teil.

In Taizé angekommen bekamen wir unsere Zimmer, die sogenannten Baracken, zugeteilt und auch etwas zu essen. Die Mahlzeiten sind gewöhnungsbedürftig, aber das gerät in Vergessenheit wenn man zwischen hunderten von Jugendlichen aus den unterschiedlichsten Nationen sitzt. Ganz selbstverständlich ist es auch, dass sich eine fremde Person neben dich setzt und dich fragt wie es dir geht, wo du her kommst und wie es dir gefällt. So etwas erlebt man in Taizé sehr häufig, da die Menschen hier oftmals viel offener aufeinander zugehen.

Jeden Morgen, Mittag und Abend fand ein Gebet in der riesigen Kirche statt, in der bis zu 4000 Besucher Platz finden können. Bänke gab es nicht, stattdessen war in der ganzen Kirche eine Art Teppichboden, auf dem man sich einen Platz suchen konnte. Dieses „beten“ war ein ganz anderes als das, was wir aus unseren Kirchen kennen. Es wurde sehr viel gesungen, meist wurde nur ein Text vorgelesen, oder es war einfach mal für einige Minuten Stille, in der man beten oder seinen eigenen Gedanken nachgehen konnte. Denn mal ganz ehrlich, wann ist man schon mal 10 Minuten einfach still, ohne eine Ablenkung wie fernsehen, Musik oder Schule? Seltsamerweise wurden diese Gebete nie langweilig, sondern man wurde von mal zu mal ruhiger und hat angefangen über Dinge nachzudenken, denen man sonst keine Beachtung schenkt. Vormittags hatten wir mit meist acht bis zehn anderen Jugendlichen aus Dänemark, Kanada, England und Frankreich Gruppenstunden, in denen wir versucht haben, Bibeltexte auf unsere Gegenwart sowie auf unser eigenes Handeln und Denken zu übertragen. In Taizé hatte also jeder die Chance, mit anderen über Gott und die Welt zu reden, viele Menschen kennen zu lernen, aber eben auch zur Ruhe zu kommen.

Am Sonntagmorgen fuhren wir dann um 11:30 mit dem Bus zurück nach Freiburg, damit wir nach dieser stressfreien Woche auch rechtzeitig wieder zur neuen Schulwoche da waren.

In Freiburg stiegen wir in den Zug nach Mannheim, wo wir dann leider den Anschluss ICE verpassten, sodass wir anstatt um 23:30 um 01:30 im Meppener Bahnhof ankamen. Dies leider nicht mit der Bahn, da bekanntlich keine Züge nach Mitternacht mehr ins Emsland fahren, sondern mit einem Taxi, das uns von Rheine in unsere Heimatstadt brachte.

Trotz der Skepsis, mit der einige von uns vielleicht diese Reise angetreten haben, waren wir uns einig, dass Taizé auf keinen Fall langweilig war und dass die Stimmung, die dort herrschte, eigentlich kaum zu beschreiben ist. Wir können also nur jedem raten, diesen Ort einmal zu besuchen - es lohnt sich und man wird sich wundern!