Gymnasium Marianum
Meppen
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HKS Sportfest



Vortrag Prof. Landhäußer

 
Von Lennard Ostendorf
Einen Vortrag vor zwei Oberstufenkursen (Englisch, Rensen; Biologie, Wilkens) zum Thema Waldökologie hielt in der letzten Woche Professor Dr. Landhäußer, der 1990 nach Kanada emigrierte. Er lehrt und forscht zur Zeit an der Universität von Alberta und beschäftigt sich dort hauptsächlich mit den großen borealen Wäldern, seinen Gefährdungen und seinem Schutz. Dem auf Deutsch gehaltenen Vortrag folgte ein Diskussionsabschnitt auf Englisch, eine Sprache, die Professor Landhäußer inzwischen fließender von den Lippen kommt als die eigene Muttersprache. Im Anschluss an die Veranstaltung konnte der Wissenschaftler seinen ehemaligen Leistungskurslehrer Herrn Fink begrüßen, der ihn in der Oberstufe in Chemie unterrichtete. Zusammen mit seiner Frau, einer gebürtigen Kanadierin, wird Landhäußer noch einige Tage in Meppen verbringen. Der ehemalige Schüler des Marianums (Abiturjahrgang 1982) wird dann in Potsdam als Experte zur Renaturierung der Braunkohlegebiete befragt, ehe er nach Kanada zurückkehrt.

In seinem Vortrag erfuhren die rund 50 Schüler in der Aula des Gymnasium Marianum, dass der boreale Nadelwald hauptsächlich aus nur neun verschiedenen Baumarten bestehe und ein relativ junger Wald sei. Bedroht werde das System weniger durch die häufigen, riesige Areale verwüstenden Brände, als vielmehr durch den Menschen und seine Eingriffe in das Ökosystem, denn die Baumarten der borealen Wälder seien an die Brände angepasst und benötigen sie sogar um sich zu fortzupflanzen. Der Mensch hingegen störe durch seinen Einsatz gegen das Feuer und vor allem durch die Ölförderung in weiten Gebieten Kanadas den natürlichen Kreislauf des Entstehens und Vergehens. Über Bord werfen mussten die Schüler also teilweise ihr Bild von Umweltschutz, denn Landhäußer erklärte nicht nur die Brände für notwendig, sondern auch den Kahlschlag zur umweltgerechtesten Methode, um das Holz zur anschließenden industriellen Verarbeitung zu gewinnen.