Gymnasium Marianum
Meppen
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SF Religiöse Minderheiten



Auf den Spuren jüdischen Lebens

 
Von M. Fuest

Meppener Gymnasiasten erforschten das Schicksal einst im Emsland lebender Juden

(MT Meppen/Lingen) Drei Gymnasiasten des Gymnasium Marianum in Meppen übergaben heute ihre Facharbeiten an Vertreter des Forums Juden-Christen, die sie unter der Leitung ihres Lehrers Michael Fuest im Seminarfach „Religiöse Minderheiten“ geschrieben hatten. „Wir bedanken uns für die Ergebnisse eure Arbeiten und für das Interesse an Menschen jüdischen Glaubens, die früher hier im Emsland gelebt haben. Es ist gut, dass ihr auf diese Weise die Erinnerungen wach haltet und einen wichtigen Beitrag zur Versöhnung leistet, sagte Dr. Heribert Lange, der stellvertretende Vorsitzende des Forums Juden-Christen.

Ida Wübben, Tobias Bahns und Jork Breier hatten sich mit dem Schicksal der Familien Cohen, Grünberg und Mendels beschäftigt und so nicht nur neue Einzelheiten herausgefunden, sondern auch verschiedene Interviews geführt. „Ich hatte durch Vermittlung von Herrn Josef Möddel und eigene Recherchen Kontakt zu der Tochter von Herman Mendels, Pamela Mendels, in New York bekommen, einer Journalistin, die u. a. auch für die New York Times schrieb und sich sehr glücklich zeigte, dass ich durch diese Arbeit das Gedenken an ihre Eltern wachhalte“, erläuterte Jork Breier Ergebnisse seiner Arbeit.

Für das Forum Juden-Christen, das es als seine Aufgabe sieht, sich mit dem Schicksal jüdischer Personen aus dem Emsland zu beschäftigen, berichteten Frau Anne Scherger und Josef Möddel von ihren jahrelangen Kontakten zu ehemaligen jüdischen Bürgern wie den nach England auswanderte Bernhard Grünberg, den Tobias Bahns im Rahmen seiner Facharbeit interviewen konnte. Aufgrund ihrer jahrelangen Arbeit waren Anne Scherger und Josef Möddel wichtige Ansprechpartner für die Schüler aus Meppen, von denen sie auch wertvolle Hinweise für ihre Arbeiten erhielten.

Der Schulleiter Leo Pott unterstrich in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit, auf diese Weise die Erinnerung an die Gräueltaten der Nazidiktatur wachzuhalten. „Hier kommen Zeitzeugen zu Wort und erhalten ein Gesicht, und das kann viel mehr bewirken als ein noch so gutes Geschichtsbuch, weil Zeitzeugen über ihre Erlebnisse immer viel eindringlicher berichten können.“