Gymnasium Marianum
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Projekttage



Jugend forscht –  Ehrung der Preisträger

 
Von R. Wilkens
In der Aula der Technischen Universität Clausthal sind am vergangenen Mittwoch die Niedersachsen-Sieger im Landeswettbewerb Jugend forscht ausgezeichnet worden. Unter mehr als 1000 Anmeldungen in sieben technisch-naturwissenschaftlichen Fachgebieten konnten sich für das Landesfinale in Clausthal-Zellerfeld 68 Schüler und Schülerinnen mit 37 Projekten qualifizieren Am stärksten vertreten waren in diesem Jahr die Fachgebiete Biologie und Physik. Den 3. Platz im Fach Biologie errangen Till Hennig (16) vom Gymnasium Marianumund Nico Nachtigall (15) vom Windhorst Gymnasium.

Ihr hochaktuelles Thema „Terra preta“ griff die erst kürzlich in allen Medien berichtete Theorie auf, dass der an sich wenig fruchtbare Amazonas Boden in präkolumbianischen Zeiten durch die Indianer kultiviert worden sei und so eine frühe Agrar- und evt. sogar Stadtkultur ermöglichte, die dann schlagartig nach dem Einschleppen von Seuchen durch die Spanier ausgelöscht wurde. Es blieb nur die Sage von„El Dorado“.

Grundlage dieser Kultur, deren Existenz inzwischen durch vielfältige archäologische Beweise gesichert scheint, ist ein spezieller Boden, die Terra preta (portugiesisch für schwarze Erde), die von den Indianern aus Knochen, Küchenabfällen, Kohle und anderen Bestandteilen gemischt wurde und die erstaunliche Eigenschaft hat, sich immer wieder regenerieren zu können. So wurde der ansonsten saure, nährstoffarme Oxisol Boden fruchtbar.

Das „Geheimrezept“ der Terra Preta ist bis heute nur unvollständig bekannt und wird zur Zeit weltweit in Forschungsinstituten gesucht. Till und Nico haben nun mit großzügiger Unterstützung der Firma Klaasmann Deilmann in einer breit angelegten Gewächshauskultur (mehr als 300 Pflanzen) verschiedene Erdmischungen getestet, die der Terra Preta nahe kommen. Ihr Anliegen war es, das alte Indianer-Verfahren auf die ebenfalls nährstoffarmen, sauren Sand- und Torfböden des Emslandes zu übertragen.

Nach Ende der Versuchsreihen konnten sie präzisere Aussagen zur Wirkung der Terra preta machen und aufgrund der speziellen Wirkung der Kohle sagen, dass man zum Beispiel den benötigten Düngeranteil zurückfahren und so Kosten sparen könnte.