Gymnasium Marianum
Meppen
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DIZ Esterwegen



DIZ und KZ Esterwegen als außerschulischer Lernort

 
Von H. Kleene
Tief beeindruckt zeigten sich die Schüler und Schülerinnen der Klassen 10 vom Besuch des DIZ und der im Aufbau befindlichen Gedenkstätte in Esterwegen. Die Exkursion ist am Gymnasium Marianum fester Bestandteil der Unterrichtsreihen über den Nationalsozialismus, um aus regionalgeschichtlicher Perspektive Einblicke in das Lagersystem des NS-Staates zu gewinnen. Fietje Ausländer, Mitarbeiter des DIZ, gab zunächst in einem informativen Vortrag einen Überblick über die Geschichte der „Emsland-Lager“, die zu Anfang der NS-Diktatur als Konzentrationslager vor allem für politische „Schutzhäftlinge“, später als Strafgefangenen- und während des Zweiten Weltkrieges als Kriegsgefangenenlager dienten. 20000 Menschen sollen nach vorsichtigen Schätzungen im Emsland ihr Leben verloren haben.

Im Anschluss konnten die Schüler durch den Besuch der Dauerausstellung sowie der momentan gezeigten Ausstellung über die Kunst im Lageralltag „Kultur als Zuflucht“ in Erfahrung bringen, wie der von Leid, Not und Unterdrückung geprägte Alltag aussah und mit welchen bescheidenen Mitteln die Gefangenen versuchten, sich ihr Schicksal ein wenig erträglicher zu gestalten.

Die Begehung des Lagers Esterwegen ließ die Schüler erahnen, unter welch menschenunwürdigen Bedingungen die Häftlinge ihr Dasein fristeten. Mit kalten und rostigen Stahlplatten – auf dem Foto im Hintergrund – wurden der ehemalige Eingangsbereich sowie Teile des seitlichen Lagerzauns gestaltet, sicherlich kein alltäglicher Ansatz, um das Fehlen jeglicher menschlichen Wärme und Nähe im Verhältnis von Wachpersonal und Gefangenen symbolisch einzufangen. Überzeugend auch die Gestaltung des Innentores zum Barackenbereich, die mit der trichterförmigen Engführung viel vom Leid des Eingeschlossenseins erahnen lässt. Man darf gespannt sein auf die Fertigstellung der Gedenkstätte, in der auch das DIZ mit den Ausstellungs- und Arbeitsräumen seinen Platz finden wird.