Gymnasium Marianum
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Jugend forscht 2010



Till Hennig und Nico Nachtigall sind Regionalsieger „Jugend forscht 2010“ in Biologie

 
Von R. Wilkens
Regionalsieger im Fach Biologie beim diesjährigen Wettbewerb „Jugend forscht“ in Lingen wurden Till Hennig und Nico Nachtigall.
Erstaunlich an diesem ausgezeichnet funktionierenden Team ist dabei der schulübergreifende Aspekt. Nico Nachtigall stammt vom Windhorst Gymnasium und Till Hennig vom Marianum, eine Kooperation, die vom Landeswettbewerbsleiter Herrn Biedermann ausdrücklich gewürdigt wurde. Schon vor einem Jahr konnten die beiden den dritten Platz in Bereich Biologie einnehmen.

In diesem Jahr war ihr Thema „Terra preta“ hochaktuell. Es griff die erst kürzlich in allen Medien berichtete Theorie auf, dass der an sich wenig fruchtbare Amazonas Boden in präkolumbianischen Zeiten durch die Indianer kultiviert worden sei und so eine frühe Agrar- und evt. sogar Stadtkultur ermöglichte, die dann schlagartig nach dem Einschleppen von Seuchen durch die Spanier ausgelöscht wurde. Es blieb nur die Sage von„El Dorado“.

Grundlage dieser Kultur, deren Existenz inzwischen durch vielfältige archäologi-sche Beweise gesichert scheint, ist ein spezieller Boden, die Terra preta (portugiesisch für schwarze Erde), die von den Indianern aus Knochen, Küchenabfällen, Kohle und anderen Bestandteilen gemischt wurde und die erstaunliche Eigenschaft hat, sich immer wieder regenerieren zu können. So wurde der ansonsten saure, nährstoffarme Oxisol Boden fruchtbar.

Das „Geheimrezept“ der Terra Preta ist bis heute nur unvollständig bekannt und wird zur Zeit weltweit in Forschungsinstituten gesucht. Till und Nico haben nun mit groß-zügiger Unterstützung der Firma Klaasmann Deilmann (Herr Rothaus) in einer groß ange-legten Gewächshauskultur (mehr als 300 Pflanzen) verschiedene Erdmischungen gete-stet, die der Terra Preta nahe kommen. Ihr Anliegen war es, das alte Indianer-Verfahren auf die ebenfalls nährstoffarmen, sauren Sand- und Torfböden des Emslandes zu übertra-gen.

Nach Ende der Versuchsreihen konnten sie präzisere Aussagen zur Wirkung der Ter-ra preta machen und aufgrund der speziellen Wirkung der Kohle sagen, dass man zum Beispiel den benötigten Düngeranteil zurückfahren und so Kosten sparen könnte.