Den Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und
Umweltverträglichkeit
zu schaffen, stellte Jan Philipp Mai als Kernproblem seiner
Forschungstätigkeit dar. Mai beschäftigt sich seit
seiner
Schulzeit am Marianum mit der Herstellung von Silizium für
Solarzellen.
In einer gut besuchten Vortragsveranstaltung schilderte der ehemalige
Schüler seine ersten Schritte in der „Jugend
forscht“
AG, aus Sand reines Silizium zu gewinnen. Er dankte in diesem
Zusammenhang ausdrücklich seiner AG-Leiterin Regina Wilkens,
die
seine Bemühungen stets engagiert unterstützt habe,
was zu
Erfolgen in diesem und anderen Wettbewerben geführt habe.
Die begrenzten Rahmenbedingungen in der Schule und in der elterlichen
Garage („Alle großen Erfindungen beginnen in der
Garage“- so Mai) ließen den Jungforscher Kontakte
zur
Industrie knüpfen, die in einer Phase der großen
Nachfrage
nach Solarzellen auf Grund der staatlichen Förderung von
Solaranlagen reges Interesse signalisiert habe. Allerdings sei es nicht
unproblematisch, die richtigen Partner zu finden, da sich die
Zusammenarbeit mit großen Firmen als schwierig erwiesen habe.
Schließlich habe er mit der Firma Fricke und Mallow und dem
Institut für Thermodynamik an der TU Braunschweig die ideale
Kombination gefunden.
Unter Einsatz von industriellen Mikrowellenanlagen gelang
schließlich der Durchbruch bei der Erzeugung von Silizium,
was
zur Patentanmeldung und zu mehreren Preisverleihungen und
Auszeichnungen, u.a. mit dem bundesweiten „Clean Tech Media
Awards“, führte. Hinsichtlich der Verwertbarkeit
stellte
sich dem erfolgreichen Wissenschaftler die Frage:“ Will ich
Forscher bleiben oder Unternehmer werden?“ Mai hat sich
für
eine Kombination entschieden; er steht momentan in der
Gründungsphase eines eigenen Unternehmens, um die Ergebnisse
seiner jahrelangen Bemühungen nicht aus der Hand geben zu
müssen und Einfluss auf die weitere Entwicklung behalten zu
können.
In der sich anschließenden, von Frau Wilkens moderierten
Diskussion beantwortete der angehende Unternehmer zahlreiche Fachfragen
und ermunterte die zahlreichen Oberstufenschüler, an eigenen
Ideen
zielstrebig und unbeirrt festzuhalten. „Stets seine Freiheit
bewahren und seine Ziele verfolgen“ – so sein
Motto.
Schulleiter Leo Pott hatte das interessierte Publikum zur mittlerweile
14. Veranstaltung des „Forum Marianum“
begrüßt.
Die Vortragsreihe sei – auch durch Unterstützung des
Ehemaligenvereins- zu einer festen Größe im
Schulleben
geworden. Ziel sei es, durch ehemalige Schüler neue
wissenschaftliche Erkenntnisse aus den verschiedensten Fachgebieten an
die Schule zu tragen und Entscheidungshilfen bei der Berufsfindung der
angehenden Abiturienten zu leisten.
Ab 2:02min:
Verleihung
des Clean Tech Media Award 2009 an Jan Philipp
Mai (Marianum Abi 2006).