Von M. Fuest
Schülerinnen und Schüler des Seminarfachs
"Religiöse Minderheiten" besuchten in der
letzten Woche die Moschee in Papenburg. Für die meisten war es
der erste direkte Kontakt zu Menschen muslimischen Glaubens. Die Gruppe
um ihren Lehrer Michael Fuest wurde von Emine Yildirim, der
„Dialogbeauftragten" der Gemeinde, sehr freundlich
in der ehemaligen Gastwirtschaft "Goldener Anker"
begrüßt.
Bevor dann der alte Festsaal, der vor
einigen Jahren zur Moschee umgebaut worden war, betreten werden durfte,
mussten alle die Schuhe ausziehen. Imam Bayram Aydin, der die Besucher
begleitete, führte zudem an der Waschstelle vor, wie Muslime
zunächst ihre rituelle Reinigung durchführen. Denn in
eine Moschee darf man nur gehen, wenn man allen Schmutz und Stress
draußen gelassen hat.
Das Innere der Moschee besteht aus dem
großen Betraum, der mit arabischen Schriftzeichen
geschmückt und mit Teppichen ausgelegt ist. Jede Moschee zeigt
in Richtung Mekka, eine Gebetsnische (mihrab) gibt diese an. Da die
Schülerinnen und Schüler gerade zu einer der
fünf Gebetszeiten gekommen waren, rief der Imam über
eine Mikrofonanlage zum Gebet, ein Klang, wie man es sonst nur aus
arabischen Ländern kennt. Danach folgte ein längeres
Gebet mit der Eröffnungssure, an dem nur ein weiterer
Gläubiger teilnahm, aber Frau Yildirim erzählte, dass
zum Freitaggebet regelmäßig viele und an Festtagen
sogar teilweise über 500 Gläubige aus Papenburg und
Umgebung das muslimische Gebetshaus besuchen würden.
In dem Gemeinschaftsraum wurde die Schülergruppe dann noch mit
türkischem Tee und Gebäck bewirtet. Für die
vielen Fragen blieb jedoch nicht sehr viel Zeit, da noch ein
längerer Fußmarsch zurück zum Bahnhof
bewältigt werden musste.
Insgesamt konnten die Schülerinnen und Schüler an
diesem Tag in eine andere Welt eintauchen, manche
Ähnlichkeiten in Religion und Glaube - aber auch deutliche
Unterschiede - erkennen, wie z.B. das Gebot, dass Muslime aus
religiöser Überzeugung keinen Alkohol trinken.
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