Das Sozialpraktikum - Leben in seiner ganzen Fülle erleben |
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Von Sophia Lammers und Rieke Jenke
Seit diesem Schuljahr gibt es am Marianum das Sozialpraktikum. Wir, die Schüler des zehnten Schuljahres, waren die
ersten, die drei Wochen lang eine soziale Einrichtung unterstützt haben. Aber warum ausgerechnet ein Sozialpraktikum?
Dies fragten sich wohl viele unserer Mitschüler. Tatsache ist, dass soziale Kompetenzen in der Arbeitswelt immer mehr
an Bedeutung gewinnen. Für viele Betriebe ist dies bereits ein Einstellungskriterium. Außerdem sensibilisiert die
Arbeit mit Kindern, Kranken, älteren Personen oder Menschen mit Behinderung die Schüler im Hinblick auf Problematiken
und den eigenen Beitrag in der Gesellschaft. Uns ist meist nicht bewusst, wie sehr Krankheit, Einsamkeit oder
Behinderung den Alltag vieler Menschen bestimmen oder verändern können.
Daher besuchten wir im Rahmen unseres Praktikums Einrichtungen, die sich der hiervon Betroffenen annehmen. Dies waren
beispielsweise Krankenhäuser, Kindergärten und Altenheime, aber auch Behinderteneinrichtungen, ambulante Pflegedienste
oder Verbände der Jugendhilfe. Die Schülerinnen und Schüler fanden sich sowohl in pflegerischen als auch in
erzieherischen Berufsfeldern wieder. Sie mussten Hilfsbedürftige bei der Ausübung alltäglicher Handgriffe
unterstützen, Kinder betreuen oder bei Therapien verschiedener Art mitwirken. Ebenso standen Spaziergänge und
gemeinsame Mahlzeiten bei den meisten Praktikanten auf der Tagesordnung, ebenso wie die Aufgaben der Körperpflege
bei Fremden oder teilweise auch die Begleitung von Toilettengängen.
Andererseits entstand während des Praktikums ein persönlicher Kontakt, durch welchen wir mit dem Schicksal der uns
anvertrauten Menschen konfrontiert wurden. Diese Erfahrung machten wir auch im therapeutischen Förderbereich des
St. Lukasheims in Papenburg und der Clearingstelle des Kinder- und Jugendhilfeverbundes Backhaus in Meppen. Durch
die Beschäftigung mit Behinderten haben wir die Arbeit der Pfleger sehr zu schätzen gelernt, weil das, was sie tun,
ein wichtiger Bestandteil für die Integration behinderter Menschen in unsere Gesellschaft ist. Hierbei empfanden wir
die durchgeführten Therapien als enorm wichtig, um den Menschen Erleichterung in ihrer Behinderung zu verschaffen und
somit ein menschenwürdigeres Leben zu ermöglichen.
Der Kontakt zu Kindern, denen es nicht mehr möglich war, weiterhin in ihren eigenen Familien zu leben, da dies eine
Gefährdung des Kindeswohls darstellen würde, hat einige beeindruckende Beobachtungen zugelassen: Immer wieder
erstaunte ihre Lebensfreude und der Optimismus, so dass Außenstehende ihnen die Belastungen der Vergangenheit kaum
anmerken konnten. Somit ermöglicht die erzieherische Arbeit den Betroffenen ein Leben in geordneten Verhältnissen.
Viele positive Resultate haben uns den eigentlichen, oft unterschätzten Wert der Arbeit von Pflegern und Erziehern
vor Augen geführt. Die Menschen in einer anderen Lebenssituation kennen zu lernen und diese zu verbessern, ist für
uns eine Aufgabe, die den ganzen Menschen fordert, und es ist unbezahlbar, was man in dieser Arbeit von den Menschen
zurück erhält an Zuneigung, Liebe und Vertrauen.
Das Sozialpraktikum hat für uns wichtige Erfahrungen auf zwischenmenschlicher Ebene geliefert.
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