Studienfahrt London und Cambridge |
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Von M. Rensen
Mind the gap - diese Warnung hat jeder Studienfahrtsteilnehmer so oft gehört, dass er sich im Laufe des Londonaufenthalts immer mehr wie ein Teil des von Huxley in seinem Roman Brave New World beschriebenen Konditionierungsverfahrens fühlen konnte. Abgesehen davon hat sich wohl allen eine tatsächlich schöne manchmal neue, manchmal auch schon bekannte Welt geboten; denn man (in diesem Falle 54 Schüler und die drei Begleiter F. Rensen, H. Harpel und H. Weßling) ist schließlich nicht jeden Tag in der mit 7,5 Mio. Einwohnern bevölkerungsreichsten Stadt der EU!
Die Eindrücke der tags wie nachts pulsierenden Metropole sind so gewaltig und vielfältig, dass selbst eine 12-stündige Busfahrt nicht verhindern kann, dass der Besucher sofort von der Stadt vereinnahmt wird. Dies ist so geschehen auf unserem ersten Spaziergang die Whitehall entlang vom Trafalgar Square zu den Houses of Parliament und Big Ben. Allein auf dieser kurzen Strecke bieten sich dem Besucher bereits unzählige Postkartenmotive: die National Gallery, der Admiralty Arch, Nelson's Column, St Martin-in-the-Fields, die Horse Guards mit der berittenen Garde, Downing Street, Westminster Abbey, die Themse und das London Eye, um nur einige zu nennen. Ein Gegengewicht und gleichzeitig eine Ergänzung zu den monumentalen Eindrücken Londons bot am Samstagnachmittag der Besuch des Camden Market, eines der bekanntesten und größten Märkte Londons mit wöchentlich etwa 500.000 Besuchern. Was es hier nicht gibt, gibt es nicht - sind sich schon nach kurzer Zeit die meisten einig. Und tatsächlich scheint es eine Nische für jeden und alles zu geben. Vielfalt zum Sattsehen.
Am Sonntag schien sich das Wetter überlegt zu haben, unbedingt ein Klischee bedienen zu müssen, und zeigte sich und London von seiner nassen Seite, offenbar ignorierend, dass wir just für diesen Tag eine Themsefahrt gebucht hatten. In Greenwich angekommen, zeigte sich der Himmel dann aber einsichtig und ermöglichte damit ein Gruppenfoto auf dem Nullmeridian. Und auch der Spaziergang in den Docklands, den alten Hafenanlagen, deren Sanierung im futuristischen Stil offenbar wiederum von Huxley inspiriert war, konnte trockenen Fußes bewältigt werden.
Spätestens an diesem zweiten Abend hätten sich nach einem Spaziergang von Covent Garden über den Leicester Square und Piccadilly Circus bis nach Chinatown gute Wanderschuhe bezahlt gemacht.
Der nächste eher ruhige Morgen im British Museum war daher sehr willkommen. Wer wollte, konnte zusätzlich bei den Orgelklängen eines Lunchtime Concert in St Martin-in-the-Fields die vielen neuen Eindrücke noch einmal Revue passieren lassen. Am Nachmittag wurden dann die Reichen und Schönen beim Powershopping beobachtet, zunächst bei Harrod's, dann an der Oxford Street.
Ein Highlight der etwas anderen Art war der in Cambridge verbrachte Dienstag. Unter der Überschrift "Forum Marianum abroad" gaben ein Mitglied des Selwyn College sowie eine Studentin des Magdalene College sehr detaillierte und interessante Einblicke in den Unialltag, die die bereits am Morgen bei den sehr gastfreundlichen Blackfriars gesammelten Eindrücke ergänzten. Der krönende Abschluss des Tages war die Teilnahme am "Evensong" in der beeindruckenden King's College Chapel.
Dass eine knappe Woche London natürlich viel zu kurz ist, zeigte sich auch am vorletzten Tag noch einmal, bei dem in geballter Form Kunst, Religion und Geschichte auf dem Programm standen. In Gruppen aufgeteilt wurden nämlich die National Gallery, die Tate Gallery und das Imperial War Museum sowie die St Paul's Cathedral, die Westminster Abbey und der bengalische Bezirk Londons besucht.
Der letzte Höhepunkt dieses Tages war der Besuch eines Musicals.
Am Donnerstag hieß es dann nach einer schönen Zeit leider schon wieder Abschied nehmen, nicht jedoch, ohne vorher noch einmal ausführlich die Schätze des Tower of London gewürdigt zu haben.
N.B.: Wer über Underground-Absperrungen klettert und sich verletzt, kann u.U. auch noch ein kleines Zusatzprogramm mit einer Taxifahrt zum Krankenhaus und einer Nacht dort (inklusive Kennenlernen des NHS) ergattern…
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