Gelungenes Sozialprojekt im Jahrgang 10 |
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"Menschen mit Behinderung sind vollkommen normale Menschen mit bestimmten Einschränkungen"
Von A. Kreilos
"Die Menschen mit Behinderung, die ich getroffen habe, sind Menschen, in deren Gegenwart man sich
augenblicklich wohl fühlt und die einen, ohne zu zögern, akzeptieren. Sie kamen direkt auf mich zu
hatten keinerlei Vorurteile und begrüßten mich freundlich und offen."
So beschreibt Christina ihre Erfahrungen beim Minisozialpraktikum Anfang April in der
Seniorenwohnanlage des Vitus-Werkes in Meppen.
Während ein Teil der Zehntklässler in Nantes beim Frankreichaustausch Land, Leute und Sprache
kennen lernte, konnten die "Restklassen" der 10e und 10d Erfahrungen ganz anderer Art sammeln…
Wir blicken schon auf eine kleine Tradition mit diesem Projekt zurück. In diesem Jahr waren es
35 Schüler des Marianums, die 3 Tage bei den unterschiedlichsten Einrichtungen des Vitus-Werkes
hospitieren durften: Frühförderung, Werkstatt, Schule, Seniorenwohnung. An einem Nachmittag
wurden sie von Veronika Röttger - der zuständigen Pädagogin beim Vitus-Werk - und ihrem
Praktikanten H. Scholz auf die neuen Erfahrungen bei der Arbeit in den unterschiedlichen
Einrichtungen vorbereitet, am Ende der Woche wurden ihre Erfahrungen hier in der Schule
reflektiert und in Form von Plakaten im Foyer veröffentlicht. Dabei wurde sehr deutlich,
welche prägenden Eindrücke diese Tage hinterlassen haben: "Ich habe gelernt, mit Menschen mit
Behinderung umzugehen und nicht auf Distanz zu halten oder gar zu ignorieren, denn sie gehören
wir alle Menschen zu unserer Gesellschaft", schrieb Matthias.
Dieser Gedanke wurde den Zehntklässlern auch noch einmal am letzten Tag des Projekts deutlich, als
zunächst der 28-jährige Jens Schürmann aus Werlte in der Aula von seinem Leben erzählte.
Nach einem schweren Unfall, den er mit 17 Jahren erlitt, wurde er zum Rollstuhlfahrer.
Nach zunächst
ehrfürchtig-zurückhaltendem Schweigen fiel es den Zuhörern aufgrund der unverkrampften Art von
Jens Schürmann zusehends leichter, auch über seine etwas besonderen Scherze zu lachen ("Wir sind mal mit drei Rollis bei McDonalds zum McDrive gefahren..") und diese "nur" als Ausdruck einer besonderen Fortbewegungsweise zu verstehen. "Fühlen Sie sich eigentlich behindert?", fragte ihn eine Schülerin am Schluss der Veranstaltung. Die Antwort hätte man sich denken können: "Nö!"
Dass man Menschen mit Behinderung nicht ‚besonders' begegnen muss, das haben viele Schüler an
diesem Vormittag auf eindrucksvolle Weise gelernt.
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