Von Martina Rensen
Gesund, munter und voller positiver Eindrücke sind am späten Mittwochabend die 33 Teilnehmerinnen
und Teilnehmer des diesjährigen Frankreichaustausches und ihre drei Begleiter Martina Rensen,
Franz-Josef Kikker und Hans-Herbert Stübig aus Nantes zurückgekehrt. Das 25jährige Bestehen der
Verbindung zwischen dem Lycée Le Loquidy und dem Marianum stand in diesem Jahr im Mittelpunkt der
gemeinsam verbrachten 10 Tage und bildete das Arbeitsthema sowohl für die deutschen als auch die
französischen Schülerinnen und Schüler.
Als der Bus aus Meppen am Abend des 29. März pünktlich auf den Hof des Loquidy einfuhr,
kannte die Wiedersehensfreude keine Grenzen mehr. Begeistert nahm man sich in die Arme und
erzählte, schmiedete Pläne für die kommenden Tage und tauschte kleine Mitbringsel aus. Die
Grundlage für diese mit großer Ungeduld erwartete Wiederbegegnung hatte bereits der gelungene
Besuch der Nanteser Ende Januar in Meppen gebildet. Seitdem bestand reger E-Mail-Kontakt, um die
Zeit bis zum ersehnten Gegenbesuch zu überbrücken.
Dass die Eltern der französischen Schüler, aber auch diese selbst keine Mühe gescheut hatten,
um unseren Schülern ein unvergessliches erstes Wochenende in den Gastfamilien zu bieten, war
unschwer aus den begeisterten Berichten am Montagmorgen, dem ersten Schultag am Loquidy,
herauszuhören. Ein Schüler stellte beeindruckt fest, er habe an diesem Wochenende mehr Neues
gesehen als sonst in einem ganzen Monat. Landeskundlich-kulturell, aber auch kulinarisch hatten
die Schüler nach nur einem Wochenende dank des großen Engagements der Gastfamilien schon viel
entdeckt. Gleichzeitig waren die meisten Schüler zum ersten Mal voll und ganz in das Bad der
französischen Sprache eingetaucht und konnten ihre "Schwimmkenntnisse" vor Ort und im wahren
Leben anwenden, was allen Beteiligten viel Freude bereitete.
Dem ersten Schulvormittag, bei dem traditionell das Kennenlernen der französischen Partnerschule
im Mittelpunkt stand, folgte am Nachmittag eine von den französischen Schülerinnen und Schülern
geplante Stadterkundung Nantes' und ein zum Silberjubiläum aufwändig organisierter Empfang im
Rathaus der Stadt. Krönender Abschluss des Empfangs war das Anschneiden einer überdimensionalen
Brioche durch die französische und deutsche Fahrtleitung (s. frz. Pressebericht).
Neben der regelmäßigen Teilnahme am Unterricht und der Gruppenarbeit gehörten auch in diesem
Jahr zwei Tagesausflüge
zum Programm. Der erste, der an die Küste nach La Baule, Le Croisic und St. Nazaire führte,
fand bei herrlichstem Frühlingswetter statt, so dass die Schüler die Mittagspause am Strand von
Baule in vollen Zügen genießen konnten. Doch auch der Nachmittag des Ausflugstages bot mit dem
Besuch des Escal'Atlantique, einem ehemaligen Bunker, der heute in seinem Innern die Welt der
großen Atlantik-Passagierdampfer wieder aufleben lässt, ein attraktives Programm. Den Abschluss
und gleichzeitig einen weiteren Höhepunkt des erlebnisreichen Tages bildete der offizielle
Empfang in der Schule, der neben den Reden des Schulleiters, der Schüler und Fahrtleitung ein
ansprechendes musikalisches Rahmenprogramm beinhaltete, das die französischen Austauschschüler
zusammen mit weiteren Schülern der "Seconde" erarbeitet hatten. Die Austauschschüler des
Marianum konnten mit einem einstudierten französischen Sketch überzeugen, der das
"Aschenputtel-Märchen" einmal anders erzählte.
Der zweite Tagesausflug führte nach Rennes, der Hauptstadt der Bretagne, die von den Schülern
zunächst in einer Stadtrallye erkundet und am Nachmittag durch einen vom "Office de Tourisme"
angebotenen Vortrag zur Stadtentwicklung vertieft in ihrer geschichtlichen Dimension
wahrgenommen wurde, so dass unsere Schüler wieder einmal mit vielen neuen Eindrücken und
sehr zufrieden am Ende eines langen Tages "nach Hause" zurückkehrten.
Am Nachmittag des letzten Schultages wurde dann noch das Weingut der Familie Chon in St.
Julien de Concelles in der Nähe von Nantes besichtigt, wo u.a. Muscadet hergestellt wird,
was unseren Schülern vom Besitzer selbst während eines Rundgangs anschaulich erklärt wurde.
Eine Einführung in die Kunst des Weindegustierens durfte dabei natürlich auch nicht fehlen.
Nach so vielen positiven Erlebnissen und einer so intensiven gemeinsamen Zeit fiel der
Abschied am Morgen des 09.04. natürlich schwer. Daher kann man sich gut vorstellen,
dass bereits in der nächsten Zeit diverse der gegenseitig ausgesprochenen Einladungen
in die Praxis umgesetzt werden. Das wünschen wir unseren Schülerinnen und Schülern jedenfalls
sehr, denen wir an dieser Stelle noch einmal ein großes Kompliment für ihr Engagement und ihre
Offenheit für alles Neue aussprechen möchten. So kann und so soll Austausch sein!
Zum Artikel in der Zeitung Ouest-France vom 2. April 2008:
Vingt-cinq années d'échange entre l'Allemagne et le lycée Loquidy - Nantes
mercredi 02 avril 2008
Des ballons multicolores, une immense brioche avec des bougies d'anniversaire, un décor de
fête lors de la réception offerte par la mairie, lundi, dans le cadre du 25 e échange entre
le lycée allemand Marianumde Meppen/Ems et le lycée nantais Saint-Joseph du Loquidy.
A Louisette Guibert, conseillère municipale qui " encourage les jeunes à entretenir ce
lien d'amitié entre les deux pays " Didier Rousset, directeur du Loquidy se réjouit "
de la qualité de l'échange qui existe et perdure entre les lycéens habitant des deux côtés
du Rhin ".
Martina Rensen, responsable de l'échange, souligne dans son allocution " l'importance
considérable de la constance dans les relations humaines " et félicite les jeunes " qui
par leur adaptabilité, tissent des liens sincères et solides entre les deux établissements ".
Pour Nele, Lea, Katharina, Jork et Julian, c'est la découverte et l'étonnement parfois. "
Les lits sont vraiment trop courts, et on fait trop de repas en France. " Laura, quant à
elle, n'a pas été séduite par les huîtres et ne comprend pas que l'" on pose le pain sur
la table et non pas sur une soucoupe ". Mais " ce n'est pas grave " car tous sont unanimes "
les Nantais sont vraiment très gentils et très accueillants ".
Un échange qui depuis le début a permis à près de 2 000 jeunes de rentrer en contact et
qui est, plus que jamais tourné vers l'avenir.
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