Liebe Brüder und Schwestern,
nach über 26 Jahren seines Pontifikats hat Gott unseren Heiligen Vater
Seine Heiligkeit
Papst Johannes Paul II.
zu sich heimgerufen. Gezeichnet von langer Krankheit, die er in der Nachfolge Christi geduldig trug, starb unser
Papst am späten Abend des 2. April. In tiefem Schmerz trauern wir katholischen Christen und viele mit uns über
diesen Verlust.
Papst Johannes Paul II. gehörte zu den herausragenden Persönlichkeiten unserer Zeit. Er hat Kirchen- und Weltgeschichte
geschrieben durch seinen geradlinigen Einsatz gegen totalitäre Strukturen und Systeme in Ost und West, durch seinen
festen Willen, die Ökumene voranzubringen, durch sein eindeutiges Ja zum Leben, insbesondere zum Schutz menschlichen
Lebens, und sein ebenso eindeutiges Nein zu Krieg, Ungerechtigkeit und Armut, zu Abtreibung und Euthanasie.
Aber da war noch mehr. Bei seinen über 100 Auslandsreisen ebenso wie bei Begegnungen im kleinen Kreis, die auch mir
sehr wertvoll waren, spürte eigentlich jeder: Hier begegne ich einem Menschen, der aus der Ruhe eines tief
verwurzelten Glaubens mit hoher Sensibilität eine außerordentliche Sympathie für seine Mitmenschen lebt: der
einfühlsam ist, der mit-leiden kann und der darüber hinaus in seiner Lebensfreude Wegweiser und Mutmacher ist.
Das haben besonders auch viele junge Menschen um so stärker empfunden, je älter und gebrechlicher der Papst wurde.
Die Begeisterung bei den Weltjugendtagen war ein deutlicher Beleg dafür. Viele in unserem Bistum erinnern sich noch
gut an den Besuch des Heiligen Vaters im November 1980 in Osnabrück, als er mit 140.000 Gläubigen im
Stadion „Illoshöhe“ einen Gottesdienst feierte. Diese Begegnung ist unvergesslich, ebenso wie die Begegnung mit
behinderten Menschen im Osnabrücker Dom.
Bei allem Schmerz wollen wir Gott dafür danken, dass wir unseren Heiligen Vater so lange haben durften. Wir fügen
die Bitte an, dass sein unermüdliches Wirken weiter reiche Frucht trage.
In der Domkirche wird das Requiem für den verstorbenen Heiligen Vater am 7. April um 19 Uhr gefeiert. Dazu lade ich
besonders die Mitbrüder und die Gläubigen aus der Stadt Osnabrück und der Umgebung ein.
In allen anderen Kirchen soll zu einer geeigneten Zeit in den nächsten Tagen für unseren verstorbenen Heiligen Vater
ein Requiem gefeiert werden.
Bis zum Tag der Beisetzung möge täglich in jeder Heiligen Messe bei den Fürbitten des Verstorbenen gedacht werden.
An den kommenden drei Tagen, möglichst Sonntag, Montag und Dienstag, soll mittags ein Trauergeläute die Gemeinden an
die Fürbitte für den verstorbenen Heiligen Vater erinnern.
In tiefer Verbundenheit grüßt Sie alle
Osnabrück, 2. April 2005
Dr. Franz-Josef Bode
Bischof von Osnabrück
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