
Am Dienstag, dem 07. Oktober 2003, konnte sich das Marianum über einen besonderen Gast freuen: Bischof Norman King'oo Wambua aus der Diözese Bungoma (Kenia), der einige Tage in der Diözese Osnabrück zu Besuch war, hat sich an diesem Tag Zeit für das Marianum genommen. Der Kontakt zu ihm hatte sich bereits im vergangenem Jahr im Rahmen einer vom Bistum Osnabrück angebotenen Studienfahrt nach Kenia ergeben.
In Kenia gibt es insgesamt 23 Diözesen mit etwa 6,4 Millionen Katholiken. In der Diözese Bungoma unweit des Viktoriasees leben ca. 500 000 Katholiken; ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung Bungomas beträgt damit rund 35%. Insgesamt bekennen sich etwa 70% der Kenianer zum Christentum, wobei die Katholiken die größte christliche Kirche bilden, gefolgt von Anglikanern und Presbyterianern. Ungefähr 20% der Kenianer sind Anhänger von Naturreligionen, etwa 6% gehören dem Islam an.
Bischof Norman, der seit 1998 Bischof der Diözese Bungoma ist und selbst Lehrer war, bereicherte am Dienstagmorgen zunächst zwei Geschichtskurse mit seinen Ausführungen zur Geschichte Kenias von der Kolonialisierung bis zur Unabhängigkeit als Republik mit mehr als 70 ethnischen Gruppen und ging auch auf die aktuelle Lage Kenias unter seinem neuen Präsidenten Mwai Kibaki ein. Die gegenwärtige politische Situation mit ihren Chancen und Problemen wurde jedoch schwerpunktmäßig in einem Politikkurs, dem sich ein Erdkundekurs angeschlossen hatte, thematisiert. Daneben kamen auch religiöse Fragen nicht zu kurz: Die aktuelle Situation der Kirche in Kenia im Vergleich zu Deutschland hat Bischof Norman einem Religionskurs der Jahrgangsstufe 11 erläutert. Hierbei spielte auch die Frage nach AIDS eine zentrale Rolle. In der Diözese Bungoma sind teilweise bis zu 40% der Bevölkerung mit AIDS infiziert.
Die Schüler zeigten sich nach dem Besuch des Bischofs beeindruckt von den vielen verschiedenen Facetten Kenias, die ihnen der Bischof als Zeitzeuge in seinen sehr anschaulichen Vorträgen nahe gebracht hatte und sie werden fortan sicher verstärkt gesellschaftliche Entwicklungen in Afrika, aber auch im eigenen Land aus der Perspektive des Anderen verfolgen.
Bericht: M. Rensen

Das Foto zeigt Bischof Norman neben Frau Rensen, Herrn Lübbers und Pater Gelhot.