Erdkunde 2003   


Jugendliche machten sich über Entwicklung ihrer Region Gedanken

Projekt "Facharbeiten zur Agenda 21" findet bundesweites Interesse

Meppen (sol) Mit zehn aktuellen Facharbeitsthemen haben sich die Schüler des Gymnasiums Marianum erneut in den lokalen Agenda-Prozess eingebracht. Die Aspekte einer zukunftsfähigen Entwicklung in ihrer Region analysierten sie im Rahmen des Leistungskurses Erdkunde an Beispielen, wie dem naturnahen Tourismus im Emsland, dem "Naturpark Moor" oder dem geplanten Hafen "Haren-Meppen". Die Ergebnisse wurden jetzt in Form, einer Gesamtdokumentation im Kreishaus präsentiert.

An dem Treffen mit Schülern und Oberstudienrat Achim-M.Geelen, der das Projekt "Facharbeiten zur Agenda 21" vor drei Jahren initiierte, nahmen Erster Kreisrat Reinhard Winter, der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Meppen, Gerd Gels, die stellvertretende Geschäftsführerin der Emsland Touristik GmbH, Petra Rosenbach, der Leiter des Amtes für Naturschutz und Forsten, Ludger Pott sowie Josef Strodt vom Fachbereich 'Umweltschutz und öffentliche Ordnung teil. Die beiden Agenda-Beauftragten Jürgen Kauffer (Stadt Meppen) und Walter Pengemann (Landkreis Emsland), die bereits im dritten Jahr den Schülern zur Seite stehen, waren ebenfalls dabei.

Kursleiter Geelen berichtete von einer bundesweiten Resonanz, auf die die Idee aus Meppen gestoßen sei. "Die Jugend ist für die grundlegenden Gedanken der Lokalen Agenda 21 zu begeistern", stellte der Pädagoge fest. Trotz aller Schwierigkeiten bei der Material- beschaffung, die er im Vorwort zu der Gesamtausgabe als ",zum Teil unvorstellbar aber auch unverständlich" bezeichnete, waren die Schüler unermüdlich bei der Sache und hätten es meist geschafft, die für ihr vorgegebenes Thema erforderlichen Informationen zu erhalten. "Man ist auf uns aufmerksam geworden", führte er fort, "insbesondere nachdem der Leistungskursus Erdkunde im vergangenen Jahr für die Facharbeiten-Sammlung den zweiten Platz beim Niedersächsischen Umweltpreis 2002 erreicht habe".

Erster Kreisrat Winter freute sich, dass die Meppener Schüler den Agenda-Prozess in dieser Form weiter vorantreiben und dass sich dieses Vorhaben bereits als vorbildliches Schulprojekt etabliert hat. Da die Idee aus dem Arbeitskreis 'Bildung zur Agenda 21/ Regionales Lernen' hervorging, ist somit nach Winters Worten im Nachhinein betrachtet genau das zustande gekommen, was unter dem Motto "Global denken, lokal handeln" bezweckt werden soll: Die Agenda 21 möchte Impulse geben. Das bundesweite Interesse bestätige, dass in Meppen ein erfolgreiches Schulprojekt durchgeführt werde, das in vorbildlicher Art und Weise außerschulische Lernorte mit einbeziehe und zugleich regionales Lernen praktiziere. "Wir werden es als positives Beispiel weiterhin unterstützen und allgemein zur Nachahmung animieren", versprach Winter. Er schlug vor, die bisher präsentierten Bände den emsländischen Büchereien zur Verfügung zu stellen.

Der stellvertretende Bürgermeister Gels unterstrich die Aktualität der Themen, die zurzeit im Emsland Gegenstand politischer Diskussion sind. Er lobte die Sachlichkeit, mit der die jungen Menschen die Ergebnisse ihrer Recherche darstellten und die Praxisorientierung. "Ihr seht es von der Nutzerebene, wir zum großen Teil von der Anbieterseite", brachte der Meppener Kommunalpolitiker die Unterschiede in der Sichtweise auf den Punkt. Somit können nach seinen Worten die umfassend ausgearbeiteten Themen auch für Politiker zu einer wichtigen Entscheidungshilfe werden. Für den nächsten Leistungskurs hatte Gels einen Themen- vorschlag parat: "Massentierhaltung im Emsland". Die beiden Agenda-Beauftragten Pengemann und Kauffer wünschten sich eine kontinuierliche Kooperation mit dem Gymnasium Marianum, auf dass die Jugend die Zukunft in der Region weiterhin mitgestalte.

Meppener Tagespost vom Samstag, den 10. Mai 2003, Seite 16