Von R. Wilkens
Regionalsieger im Fach Biologie beim diesjährigen Wettbewerb
„Jugend forscht“ in Lingen wurden Till Hennig und
Nico Nachtigall.
Erstaunlich an diesem ausgezeichnet funktionierenden Team ist dabei der
schulübergreifende Aspekt. Nico Nachtigall stammt vom
Windhorst Gymnasium und Till Hennig vom Marianum, eine Kooperation, die
vom Landeswettbewerbsleiter Herrn Biedermann ausdrücklich
gewürdigt wurde. Schon vor einem Jahr konnten die beiden den
dritten Platz in Bereich Biologie einnehmen.
In diesem Jahr war ihr Thema „Terra preta“
hochaktuell. Es griff die erst kürzlich in allen Medien
berichtete Theorie auf, dass der an sich wenig fruchtbare Amazonas
Boden in präkolumbianischen Zeiten durch die Indianer
kultiviert worden sei und so eine frühe Agrar- und evt. sogar
Stadtkultur ermöglichte, die dann schlagartig nach dem
Einschleppen von Seuchen durch die Spanier ausgelöscht wurde.
Es blieb nur die Sage von„El Dorado“.
Grundlage dieser Kultur, deren Existenz inzwischen durch
vielfältige archäologi-sche Beweise gesichert
scheint, ist ein spezieller Boden, die Terra preta (portugiesisch
für schwarze Erde), die von den Indianern aus Knochen,
Küchenabfällen, Kohle und anderen Bestandteilen
gemischt wurde und die erstaunliche Eigenschaft hat, sich immer wieder
regenerieren zu können. So wurde der ansonsten saure,
nährstoffarme Oxisol Boden fruchtbar.
Das „Geheimrezept“ der Terra Preta ist bis heute
nur unvollständig bekannt und wird zur Zeit weltweit in
Forschungsinstituten gesucht. Till und Nico haben nun mit
groß-zügiger Unterstützung der Firma
Klaasmann Deilmann (Herr Rothaus) in einer groß ange-legten
Gewächshauskultur (mehr als 300 Pflanzen) verschiedene
Erdmischungen gete-stet, die der Terra Preta nahe kommen. Ihr Anliegen
war es, das alte Indianer-Verfahren auf die ebenfalls
nährstoffarmen, sauren Sand- und Torfböden des
Emslandes zu übertra-gen.
Nach Ende der Versuchsreihen konnten sie präzisere Aussagen
zur Wirkung der Ter-ra preta machen und aufgrund der speziellen Wirkung
der Kohle sagen, dass man zum Beispiel den benötigten
Düngeranteil zurückfahren und so Kosten sparen
könnte.
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