We don't need no
education
Bis auf den letzten Platz besetzt war die Aula des Marianums, als am
18.02.2010 Prof. Dr. Matthias Proske (Abi 1987) an
alter Wirkungsstätte
einen Vortrag zum oben genannten Thema hielt. Prof. Proske stellte
dabei zunächst seinen akademischen Werdegang dar, der ihn vom
Marianum über die Unis Frankfurt und San Salvador
schließlich an die Uni Köln führte; dabei musste er
zugeben, dass dieser
Vortrag an seiner alten Schule schon
etwas ganz Besonderes sei und ihn sehr berühre.
Die zahlreich anwesenden Schülerinnen und Schüler
wies er in seinem biografischen Rückblick darauf hin, dass sein
Antrieb zum Studium der Theologie, Philosophie
und später Pädagogik vor allem die Neugierde, den
Dingen auf den Grund zugehen, gewesen sei und forderte dazu auf, dies zum Maßstab eigener Studienpläne zu machen.
Mit Bezug auf das Thema stellte Prof. Proske in einem kurzen
Überblick das Wesen der Pädagogik und Aufgaben von
Erziehung dar; er verschwieg dabei nicht die
Schwierigkeiten dieser Notwendigkeit zur Erziehung und zeigte zugleich
ihre Zumutungen und Anstrengungen für die junge Generation
auf. Als spezielles Problem der Pädagogik als Wissenschaft
wies er auf die Gefahren hin, die sich durch die Instrumentalisierung
durch die Politik ergäben. So zeigten empirische Ergebnisse
von Erziehungswissenschaftlern, dass bspw. Gruppenarbeit und
Binnendifferenzierung keineswegs immer den gewünschten Effekt
erzielten, eine Erkenntnis, die aber mit - oft
ideologisch geleiteten - bildungspolitischen Vorgaben kollidiere!
Im Folgenden stellte Proske dann auch seine konkrete Arbeit an der Uni
Köln vor. Hier betreibt er mit seinen Arbeitsgruppen
insbesondere Unterrichtsforschung zu Fragen des politisch-moralischen
Lernens, bspw. im Geschichtsunterricht hinsichtlich der heutigen
Bedeutung des Holocaust. Gerade diesen Teil seines Vortrags konnte er
an konkreten Beispielen sehr anschaulich darstellen.
Nach einer ganzen Reihe interessierter Fragen von Schülern und
Eltern ging dann ein hochinteressanter Vortragsabend zu Ende. Die
große Zahl anwesender Schüler, aber auch Eltern und
Ehemaliger (darunter auch einige ehemalige Mitschüler aus
Matthias Proskes Abijahrgang) zeigt, dass sich das Forum Marianum nach
immerhin fünfzehn Vorträgen endgültig
etabliert hat. Wir freuen uns auf weitere interessante Abende! Dank an alle, die an Vorbereitung und Durchführung beteiligt
waren, dieser gilt besonders Johannes Burrichter, der Matthias Proske als
seinen ehemaligen Schüler zurück ans Marianum
gebracht hat und den Abend auch moderierte.
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