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News 2018

 

Gedenktag der NS-Opfer

Vom Schicksal der versteckten Kinder

Von Anna Solbach (Kirchenbote), 27.01.2019

Der Deutsche Bundestag lädt 80 Jugendliche aus ganz Europa nach Berlin ein, um mit ihnen und anderen Gästen der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Mit dabei sind fünf Schüler des Gymnasiums Marianum in Meppen.

Schon in ihrer Bewerbung, die sie nach Berlin schickten, konnten die fünf Abiturienten aus Meppen punkten. Philipp Kleymann, Leon Dierkes, Luca Sophie Schweer, Lea Horstmann und Anna Mersmann vom Gymnasium Marianum erwähnten darin, dass sie sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinandersetzen und sich gegen Antisemitismus und Rassismus starkmachen.

So haben sie zum Beispiel die Gedenkstätte Esterwegen im Emsland besucht, die Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem und während eines Schüleraustausches mit Polen das frühere Konzentrationslager Auschwitz. Außerdem pflegen sie einen guten Kontakt zu der Holocaust-Überlebenden Erna de Vries aus Lathen, die im Projekt „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ Patin des Marianums ist.

So viel Einsatz wurde belohnt: Die fünf Meppener Schüler fahren in diesen Tagen zu einer internationalen Jugendbegegnung des Deutschen Bundestages. Normalerweise, sagt Deutsch- und Religionslehrerin Annette Kreilos, würden immer nur ein bis zwei Schüler ausgewählt. Dass sich diesmal eine Handvoll beworben habe und auch teilnehmen dürfe, sei Ausnahme und Auszeichnung zugleich. Kreilos engagiert sich seit 25 Jahren im Vorstand von Pax Christi, Regionalstelle Osnabrück-Hamburg.

Die jungen Teilnehmer aus ganz Europa nähern sich dem Schicksal jüdischer Kinder, die während der NS-Zeit versteckt wurden. Dass diese Kinder überhaupt mit dem Leben davonkamen, verdanken sie mutigen Frauen und Männern, die ihr Leben riskierten, um sie zu retten. Auch die Meppener Schüler werden den versteckten Kindern auf der Spur sein, unter anderem im Berliner Anne-Frank-Zentrum und im Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt.

Geplant sind auch Zeitzeugengespräche und Workshops. Höhepunkt der Jugendbegegnung ist die Gedenkstunde im Deutschen Bundestag für die Opfer des Nationalsozialismus am 31. Januar. Danach haben die jungen Leute Gelegenheit, mit dem Historiker und Buchautoren Saul Friedländer sowie Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble zu diskutieren.

 
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